How to be a Boss, oder: Ich kann es mir nicht leisten, mir keine Mitarbeiter zu leisten - womenbiz

How to be a Boss, oder: Ich kann es mir nicht leisten, mir keine Mitarbeiter zu leisten

Veröffentlicht am 28. September 2022

Autorin: Gabrielle Cacciatore-von Mandach

Egal ob von Startup Unternehmerinnen oder Frauen, die schon länger ihr eigenes Business haben, ich höre nicht selten den Satz «Ich kann mir keine Mitarbeiter leisten». Meiner Meinung nach eine Fehleinstellung, denn es gibt wenig wirklich erfolgreiche Unternehmen, die nur aus dem Inhaber bestehen. Mit Mitarbeiter beziehe ich mich in diesem Artikel übrigens nicht nur auf die klassische Mitarbeiterin, die in Festanstellung oder Teilzeit bei dir im Unternehmen mitarbeitet. Mit Mitarbeiterin meine ich auch die Freelancerin, die auf Stundenbasis bei dir mithilft oder die Unternehmerin, die dich in einem spezifischen Bereich unterstützt. Aber erstmal von Anfang an:

Weshalb du dir Unterstützung in deinem Business leisten solltest!

Wer sein Unternehmen zum Wachsen bringen will, der muss sich zwingend mit dem Thema Mitarbeiter, Freelancer oder Outsourcing befassen, und das am besten nicht erst, wenn man an seine Grenzen gelangt ist. Hier nur einige von ganz vielen Gründen, wieso du Mitarbeiter in dein Unternehmen holen solltest:

  • Verbesserte Performance
    Ja, zusätzliche Ausgaben zu haben, kann erschreckend sein. Aber: Mitarbeiter zu haben gibt dir die Möglichkeit, dich auf deine Kernkompetenz zu konzentrieren und so wiederum mehr Einnahmen zu generieren. Denk dabei immer daran, dass deine Mitarbeiter Experten in ihrem Bereich sind: Brauchst du für deine Buchhaltung 5 Stunden, so braucht deine Buchhalterin vielleicht nur eine. Es gilt oft mehrere Faktoren in Betracht zu ziehen, wenn man sich überlegt, ob man sich Mitarbeiter überhaupt leisten kann.
  • Verschiedene Blickwinkel
    Manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr, bzw. manchmal braucht man einfach ein wenig Abstand zum Wald oder muss diesen aus einer anderen Perspektive ansehen. Genau da helfen Mitarbeiter: Sie können dir neue Inputs geben, eine ehrliche Meinung zu einem Thema liefern und dich auf Dinge aufmerksam machen, die dir selbst vielleicht nicht aufgefallen wären.
  • Mitarbeiter sind die besten Brand Ambassadoren
    Glückliche Mitarbeiter sind ein Aushängeschild für dein Unternehmen und können die öffentliche Wahrnehmung deiner Marke beeinflussen. Ein grossartiger Kundenservice zum Beispiel wird deinen Klienten lange in Erinnerung bleiben. Zudem werden glückliche Mitarbeiter dein Unternehmen immer wieder weiterempfehlen: Sie sind die perfekten Ambassadoren für dich, dein Business und deine Visionen.

Aber: Wen und was suche ich überhaupt?

Um die richtigen Mitarbeiter zu finden, muss man sich erstmal klar sein, wo die eigene Vision liegt, wohin man will, was das Ziel ist und was es dazu braucht.  Überlege dir, welche Schritte zu gehen sind und welche Unterstützung du benötigst, um diese in die Tat umzusetzen. Die Gebiete sind vielfältig und von Business zu Business unterschiedlich. Vielleicht suchst du Unterstützung für Social Media, im Geschäftsaufbau, in der Produktion oder in der Administration?

Ebenfalls gilt zu klären, wie man die Arbeiten am besten abdeckt: Will ich einen Mitarbeiter lieber fix und zu einem bestimmten Prozentsatz anstellen, möchte ich jemanden auf Stunden Basis und auf Abruf oder gebe ich ein Mandat ab – vielleicht auch nur einmalig und für ein bestimmtes Projekt? Dabei gilt es auch daran zu denken, wie und wo die Mitarbeiter arbeiten sollen. Benötige ich jemanden vor Ort oder greife ich lieber auf remote Mitarbeiter zurück? Stelle dir eine weitere Frage: Hast du die Zeit, dein Recruiting selbst durchzuführen oder setzt du auch hier lieber auf professionelle Unterstützung?

Wer möchte ich als Leader sein?

Sind diese Entscheide erstmal gefallen, muss ich mir im Klaren darüber werden, wie ich als Führungsperson sein möchte. Hier gilt es einen Perspektivenwechsel einzunehmen. Stell dich mal in die Lage deines Mitarbeiters: Was wünscht du dir von deinem Leader?

Heutzutage ist ein autoritärer Führungsstil meist nicht mehr gefragt und die Hierarchien sind generell flach gehalten. Gerade jüngere Generationen wollen ihr Knowhow und ihre Skills einbringen können. Es lohnt sich also, sich darüber bewusst zu werden, mit welcher Generation und welchem Charaktertyp man zu tun hat und seine Führungsqualitäten und Entscheide darauf auszurichten.

Einige Tipps, die für mich immer funktionieren:

  • Vertrauen aufbauen
    Um Vertrauen aufzubauen, muss man auch vertrauen können. Was logisch tönt, fällt vielen jedoch sehr schwer und braucht speziell am Anfang ein wenig Überwindung. Aus Erfahrung kann ich dir bestätigen, dass sich dieser Schritt lohnt. Die meisten Mitarbeiter übernehmen die zugetragene Verantwortung nicht nur gerne, sie wachsen auch noch an den Aufgaben. Ganz klar muss auch Kontrolle da sein. Behalte aber immer im Hinterkopf, dass du deine Mitarbeiter sorgfältig ausgewählt hast. Vertraue ihnen und dir selbst!
  • Zuhören
    Es ist wichtig, seinen Mitarbeitern zuzuhören, zwischen den Zeilen zu lesen, ihnen die Chance zu geben, sich zu äussern, um gegenseitigen Erwartungen abzuchecken. Dabei sind auch die persönlichen Gespräche extrem wichtig. Sie helfen mehr über die privaten und beruflichen Herausforderungen deiner Mitarbeiter zu lernen und sie so besser zu verstehen. Dies stärkt nicht nur ihr Vertrauen in uns als Führungspersönlichkeiten, es schafft auch mehr Verständnis von unserer Seite her, wenn mal etwas nicht ganz so klappt, wie wir es erwarten.
  • Eine positive Fehlerkultur schaffen
    Eine positive Fehlerkultur ist extrem wichtig. Stell dir die Frage: Wenn etwas mal nicht so läuft wie es sollte, wie gehe ich damit um? Mir persönlich ist bewusst, dass wir alle Fehler machen: sowohl ich als auch meine Mitarbeiter. Wichtig ist für mich jedoch, dass ein Fehler nur ein einziges Mal passiert, sich nicht wiederholt und dass man ehrlich darüber im Team kommunizieren kann.
  • Strukturen und Prozesse schaffen
    Strukturen und Prozesse schaffst du am besten von Anfang an – egal ob du Mitarbeiter hast oder nicht. Speziell anfangs denkt man gerne mal «Ich bin ja alleine im Geschäft, ich kenn mich in meinen Unterlagen, Ablagen und Prozessen aus». Spätestens wenn Mitarbeiter starten, müssen all diese Strukturen und Prozesse jedoch genau definiert und klar für alle sein.
  • Potenziale
    Genauso wie ich mich als Entrepreneur in meinem Geschäft auf meine Potenziale und Kernkompetenzen fokussieren möchte, möchte ich auch meinen Mitarbeitern erlauben, dass sie sich in ihrem Fachgebiet auf ihre Stärken fokussieren können. Auch hier hilft das persönliche Gespräch – denn oft besitzen deine Mitarbeiter Skills, die aus ihren Bewerbungsunterlagen vielleicht nicht ersichtlich sind. Wichtig ist es Fragen zu stellen wie: Wo fühlst du dich am wohlsten? Wohin möchtest du dich entwickeln?
  • Last but not least: Respekt, Wertschätzung und Empathie sind Key

Worauf wartest du noch? Hol dir die Unterstützung, die du dir in deinem beruflichen und privaten Leben wünschst! Bestimmt lohnt sich ein Blick in unser Businessverzeichnis.

Über die Autorin

Gabrielle Cacciatore-von Mandach gründete bisher acht Unternehmen und setzt sich seit zehn Jahren für die Förderung von Female Entrepreneurs ein. Sie ist Managing Founder bei womenbiz ag, Co-Autorin des Buches «Wege zum Erfolg», Kadermitglied eines Ärztezentrums, Physio- und Hippotherapeutin sowie Ernährungscoach und Keynote Speaker.

womenbiz ag

Web: womenbiz.ch
Mail: info@womenbiz.ch
Tel: +41 31 932 38 62

Weitere Magazin-Beiträge

vor 4 Tagen

Selbständigkeit ist mein Leben!

Sich stets selber fordern und offen für Neues zu sein, war für mich vielleicht der beste Weg, das eigene Glück zu finden. Rasch wurde mir aber klar, dass man erst dann wirklich selbständig ist, wenn drei Grundbedingungen gegeben sind, auf welche ich nachstehend etwas näher eingehen möchte. Sie waren – und sind – in meinem Leben stets Orientierungspunkt und Antrieb für meine Selbständigkeit.

vor 6 Tagen

Der Kleine Albtraum

Corona ereilt dich im Urlaubsparadies. Deine Ferienbegleitung entpuppt sich als persönlichkeitsgestört. Gegen die Unberechenbarkeit helfen nur deine positiven Ressourcen.

vor 7 Tagen

Unternehmerin sein ist schwierig. Oder doch nicht?

Viele Frauen träumen insgeheim vom eigenen Business. Doch nicht jede schafft es auch diesen Traum in die Realität umzusetzen, und zwar so, dass sie erfolgreich damit ist. Weil es so schwierig ist? Oder eher, weil es am richtigen Vorgehen fehlt?