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Digitale Sicherheit – ein paar Grundsätze

Veröffentlicht am 8. Oktober 2021

Autorin: Bettina Zimmermann

Egal ob Millionengewinne oder Passwortwechsel – Cyberattacken aller Art häufen sich. Nicht nur im beruflichen, sondern auch im privaten Umfeld wird man je länger, je mehr mit betrügerischen Machenschaften konfrontiert. Kein Wunder also, dass die digitale Sicherheit stetig an Bedeutung gewinnt. Doch wie kann man sich schützen und mit welchen einfachen Tipps tappt man nicht selbst in die Cyber-Falle?

Lieber Vor- als Nachsicht

Bewusstsein schaffen, aufpassen und wachsam sein, ist wohl die Grundlage für eine ausgewogene digitale Sicherheit. Deshalb ist es wichtig, dass Sie beim Surfen im Internet oder beim Empfang von E-Mails stets eine gesunde Portion Misstrauen walten lassen. Überlegen Sie sich lieber zweimal, wem Sie welche Informationen von sich preisgeben und ob es wirklich realistisch ist, dass diese Person oder dieses Unternehmen sensible Daten wie beispielsweise Passwörter von Ihnen benötigt. Auch in den sozialen Medien sollten Sie wachsam sein und nicht alles glauben, was Ihnen weisgemacht wird. Geben Sie nur preis, womit Sie sich wohlfühlen und was kein Risiko für Sie darstellt. Falls Sie unsicher sind oder das Gefühl haben, auf einen Betrüger reingefallen zu sein, holen Sie sich am besten sofort professionelle Unterstützung.

Ungebetene Gäste bereits an der Tür abfangen

Genauso, wie Sie die Türen schliessen, wenn Sie das Haus verlassen, sollten Sie auch Ihre Geräte vor ungewollten Gästen schützen. Beim Verlassen des Arbeitsplatzes sollte der Computer gesperrt werden, um ihn vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Drücken Sie dazu die Windows-Taste und die Taste L gleichzeitig. Um es Hackern möglichst schwer zu machen, sollte ausserdem ein sicheres Passwort gewählt werden. Dabei gilt ausnahmsweise die Devise: Je komplexer und länger, desto besser. Als sicheres Passwort gilt, was mindestens 12 Zeichen enthält und aus Ziffern, Gross- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen besteht. Wenn Sie Mühe haben, sich das Passwort zu merken, dann ist es wahrscheinlich genau das richtige. Damit Sie selbst in der Flut an unterschiedlichen Passwörtern (ja, man sollte bestenfalls nicht immer dasselbe Kennwort verwenden) den Überblick nicht verlieren, gibt es eine Vielzahl an «Passworttresoren», in welchen die Passwörter sicher aufbewahrt werden können.  

Doppelt hält besser

So wie ein Bankkonto durch die Bankkarte und den PIN geschützt ist, bietet sich die Zwei-Faktor-Authentifizierung auch für Online-Applikationen an. Grund dafür ist, dass häufig ungeeignete oder zu schwache Passwörter gewählt und ein und dasselbe Kennwort für mehrere Benutzungskonten bzw. Web-Dienste genutzt werden. Die häufig für die Authentifizierung verwendeten Einmalpasswörter werden nach wenigen Sekunden oder Minuten ungültig – dies wehrt Angreifer ab, die Passwörter erspähen wollen. Ganz nach dem Motto doppelt hält besser empfiehlt es sich ausserdem, die Daten regelmässig auf externen Festplatten oder online in Cloud-Speichern zu sichern. Aber Achtung: Prüfen Sie, ob die Erstellung des BackUps auch wirklich geklappt hat. Es kommt nicht selten vor, dass die Daten durch eine unvollständige Speicherung nicht wiederhergestellt werden können.

Finger weg von Drittanbietern

Eine Vielzahl an elektronischen «Helfern» bietet sich zur Prävention von Cyberangriffen an. Machen Sie unbedingt Gebrauch von Virenschutzprogrammen und Firewalls und verwenden Sie für den Zugang ins Internet jeweils nur die aktuellste Version des jeweiligen Browsers. Doch auch die beste Firewall nützt nichts, wenn sie über veraltete Einstellungen verfügt. Achten Sie deshalb unbedingt darauf, dass Sie Ihre Systeme, Programme und Apps regelmässig mit den neusten Updates versorgen. Damit die Cyber-Sicherheit nicht an solchen Banalitäten scheitert, können automatische Update-Funktionen aktiviert werden. Am vertrauensvollsten sind wohl die Hersteller selbst. Um auf Nummer sicher zu gehen, bietet es sich an, die benötigten Programme von der Herstellerseite oder einem anderen offiziellen Store herunterzuladen. Regelmässige Systemprüfungen weisen zudem auf Schädlingsbefälle hin.

Home-Office als gefundenes Fressen

Seit der Corona-Pandemie haben Cyberangriffe aller Art drastisch zugenommen. Vor allem der überstürzte Wechsel ins Home-Office birgt die eine oder andere Sicherheitslücke. Schnell wieder arbeiten zu können war für einige Unternehmen wichtiger, als die Sicherheit ihrer Daten sicherzustellen. Probieren Sie daher die genannten Grundsätze einzuhalten und behalten Sie eine gesunde Portion Misstrauen.

Über die Autorin:

Bettina Zimmermann, ist CEO der GU Sicherheit & Partner AG. Sie berät und unterstützt seit 2010 Unternehmen, Verbände und Behörden im Bereich Krisenmanagement, interne und externe Krisenkommunikation und Bedrohungsmanagement. In den vergangenen Jahren hat über 100 Organisationen in Krisensituationen unterstützt und begleitet. Darüber hinaus bildet sie in Unternehmen Krisenstäbe und Führungsunterstützungsteams aus. Sie ist Autorin von verschieden Büchern und hat zahlreiche Fachartikel geschrieben.

GU Sicherheit & Partner AG
Bettina Zimmermann

Telefon: +41 71 913 27 66
E-Mail: b.zimmermann@gu-sicherheit.ch
Webseite: www.gu-sicherheit.ch und www.bettina-zimmermann.ch

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