Olympic Mindset in der Corona Krise: Home-Office | womenbiz

Olympic Mindset in der Corona Krise: Home-Office

Veröffentlicht am 8. April 2020

Home-Office, das klingt eigentlich sehr verlockend und gemütlich, aber in Wirklichkeit ist es alles andere als ein Zuckerschlecken. Das musste auch ich erfahren, als ich mich vor knapp 2 Jahren selbstständig gemacht habe. Ich bin zwar eine sehr disziplinierte Person und doch hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten zuhause zu arbeiten – zu viele Ablenkungen, zu viele Verlockungen sich doch noch kurz auf die Couch zu legen, Social Media zu konsumieren, etwas zu backen, rauszugehen und vieles mehr. Mir wurde sehr schnell bewusst, es musste sich etwas ändern, denn Geld für ein eigenes Büro hatte ich nicht.

Da ich weiss, dass es für viele momentan auch eine grosse Umstellung ist, plötzlich von zuhause aus zu arbeiten, habe ich mir überlegt 6 simple Tipps und Tricks mit euch zu teilen:

1.EINEN ARBEITSPLATZ SCHAFFEN

Am Anfang fand man mich teilweise am Bürotisch, manchmal am Esstisch und dann wiederum auf dem Sofa. Doch neben dem, dass die Arbeit auf dem Sofa oder im Bett alles andere als gesund und ergonomisch ist und sich langfristig gesehen Dysbalancen im Körper bilden können, hat es auch negative Effekte auf die Effizienz eurer Arbeit sowie auf eure Erholungszeit.

Das Sofa zum Beispiel ist der Ort an dem man normalerweise entspannt. Wenn man nun an genau diesem Ort auch arbeitet, kann der Körper nicht mehr unterscheiden, wo wird gearbeitet und wo wird entspannt, es entsteht eine Unruhe. Ich habe mir als erstes einen Arbeitsplatz eingerichtet. Das kann ein Zimmer sein oder für diejenigen die kein extra Zimmer zur Verfügung haben, reicht auch eine Ecke in der Wohnung mit einem Tisch und dem nötigen Büromaterial. Schafft euch einen Ort der Produktivität an dem ihr euch wohlfühlt.

2. DRESSCODE

Man sieht ja zurzeit alle möglichen Bilder aus dem Home-Office der Menschen. Sei es im Pyjama, im Schlabberlook oder bei Skype Meetings auch oft nach dem Motto «Oben top, unten flop».

Aber morgens sozusagen direkt vom Bett an den Bürotisch zu sitzen, bringt einen einfach nicht in diesen Arbeitsmodus. Für mich war und ist es immer wichtig, dass ich mich vorher frisch gemacht habe. Das muss nicht unbedingt die offizielle Arbeitskleidung sein, aber in dem man sich zurecht macht, beginnt im Kopf bereits der Wechsel von Entspannung zu Arbeit, dies wiederum hilft uns in den Arbeitsmodus zu wechseln und dadurch motivierter und konzentrierter zu sein.

3. ABLENKUNGEN

Ablenkungen zuhause sind definitiv grösser als im Büro.  Deshalb ist es wichtig, sich auch bewusst in diesen Arbeitsmodus zu begeben. Ich habe mir dafür ein grosses Schild an die Aussenseite der Tür zu meinem Büro gehängt, da steht drauf «Office – Time to go the extra mile!» Die Türe ist immer zu und bevor ich sie aufmache, lese ich dieses Schild ganz bewusst. Ich betrete das Zimmer, mache die Türe hinter mir zu und folge meinem Plan. Bin ich mit der Arbeit fertig, oder bereit für eine Pause gehe ich zu der geschlossenen Tür auf deren Innenseite das Schild hängt «Good work – time to relax now». Beim Hinausgehen mache ich die Türe hinter mir zu. Und so bin ich jeweils ganz bewusst in diese verschiedenen Identitäten, wie ich sie gerne nenne, hineingegangen. Ich habe mir bewusst gesagt, wann ich arbeite und wann ich in meine private Identität wechsle.

4. ARBEITSEINTEILUNG

Es gibt ja immer wieder Arbeiten, die man ständig vor sich herschiebt, weil man sie so ungern macht. Bei mir sind das vor allem administrative Dinge, aber auch die Buchhaltung. Ach wie ich diese Dinge liebe J Aber um sie nicht noch lange vor mich her zu schieben, versuche ich diese Arbeiten jeweils direkt als erstes am Morgen zu erledigen. Das hilft enorm, denn der Rest des Tages fällt euch dann nicht nur leichter von der Hand, sondern es gibt euch auch ein richtig gutes Gefühl, ein Gefühl von Stolz und Zufriedenheit.

5. DEADLINES SETZEN

Immer wieder gibt es gewisse Deadlines, die wir erfüllen müssen. Doch gerade in der jetzigen Zeit, wo die Welt beinahe stillsteht, schieben sich diese Deadlines oft etwas nach hinten. Man fragt sich, wieso man an einem Projekt weiterarbeiten soll ohne zu wissen, ob es jemals stattfindet. Das ist das Gleiche bei den Sportlern, die nun trainieren, aber eigentlich gar nicht wissen für was oder vor allem für wann. Da leidet natürlich auch oft die Motivation.

Meine Workshops und Referate werden zum Beispiel abgesagt, da kommt mir nicht als erstes in den Sinn, den Workshop vorzubereiten und zu schreiben. Doch genau dafür hätte ich momentan Zeit. Also setze ich mir ganz persönliche Deadlines, wann was fertig gestellt sein sollte. Sollte dies nicht genügen, kann hier auch gut mit dem Belohnungs- und Bestrafungskonzept gearbeitet werden. 

6. ROUTINE

Routine ist für mich einer der wohl wichtigsten Tipps. Es ist von zentraler Bedeutung, dass das Privatleben und das Geschäftsleben nicht vermischt werden. Dafür braucht es klare Strukturen.

  • Feste Arbeitszeiten:

Um im Homeoffice produktiv zu sein, arbeitet man am besten zu den Zeiten, zu denen man am fittesten und effizientesten ist. Jedoch braucht es auch da einen klaren Ablauf mit Arbeitszeiten. Wichtig ist, dass ihr einen klaren Zeitpunkt habt, wann ihr mit der Arbeit beginnt und auch einen ungefähren Zeitpunkt, wann ihr in den Feierabend gehen könnt. Manchmal hilft es auch, sich zu überlegen, wann ihr gerne in den Feierabend gehen wollt und sich dann zu überlegen, wann ihr mit der Arbeit beginnen solltet, um dies einhalten zu können.

  • Pausen

Pausen sind auch im Homeoffice sehr wichtig. Sei es die Kaffeepause, die Mittagspause oder kurz an die frische Luft gehen. Hier gibt es natürlich ganz verschiedene Tools mit denen man arbeiten kann. Entweder man plant sich mehrere Arbeitsblöcke ein und nach jedem Arbeitsblock gibt es eine kleine Pause. Oder man arbeitet auf Zeit, das heisst 45min konzentriertes Arbeiten, dann gibt es 5min Pause bevor wieder 45min gearbeitet wird.

Ich mache es zum Beispiel so, dass ich mir verschiedene Arbeitsblöcke erstelle, wobei jeder Arbeitsblock verschiedene To do’s und Ziele hat. Sobald ich diese abgearbeitet habe, gibt es eine Kaffeepause, einen Spaziergang an der frischen Luft oder ein Home Workout. Achtet einfach darauf, dass ihr während diesen Pausen nicht am PC sitzen bleibt, wechselt also bewusst die Location, mithilfe des Schildes, um euren Kopf durchzulüften und neue Energie zu tanken.

  • Physische Aktivität

Wenn ihr jemand seid, der zum Beispiel vor der Arbeit oder während der Mittagspause ins Gym ging, dann macht dies weiterhin, jetzt einfach mit einem Home oder Outdoor Workout.  Aber behaltet genau diese Routinen bei, denn es sind kleine Anker, welche uns die nötige Kraft, die Sicherheit und die Energie geben.

Physische Aktivität im Home-Office
Physische Aktivität
  • To-Do-Listen

Auch dieser Bereich gehört für mich zur Routine dazu und hat mir persönlich sehr geholfen um besser abschalten zu können. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr nachts aufwacht und euch etwas in den Sinn kommt und vor lauter Angst es zu vergessen, raubt es euch den Schlaf?

Da gibt es ganz simple Tricks um dies zu verhindern, nämlich die alt bekannte To-Do-Liste. Ich habe immer einen Wochenplan neben mir auf dem Schreibtisch, wo ich jeweils die To Do’s des jeweiligen Tages reinschreibe. Ich bin da altmodisch und mache das Ganze von Hand auf Papier. Man kann da aber natürlich auch online Tools verwenden wie zum Beispiel Trello.

Jeweils am Abend schaue ich mir die To-Do’s für den nächsten Tag an. Was sind meine Prioritäten? Welche Ziele möchte ich an diesem Tag erreichen? Und ergänze die Liste allenfalls noch. Danach erstelle ich mir einen klaren Plan und einen Tagesablauf für den nächsten Tag. Diese Vorbereitung gibt einem enorm viel Sicherheit und Gelassenheit, denn man weiss man hat einen klaren Plan und hat zeitlich alles unter Kontrolle. Sollten sich nachts trotzdem noch Gedanken einschleichen, nach To Do’s, welche man noch vergessen hat, können  ein kleines Notizbuch und ein Kugelschreiber auf dem Nachttisch helfen. Man schreibt es kurz auf und ihr könnt euch wieder ganz gelassen dem Schlaf widmen.

To-Do-Listen erstellen um einen klaren Plan und einen Tagesablauf für den nächsten Tag im Home-Office zu haben
To-Do-Listen

Ich hoffe diese ganz simplen Tipps helfen euch den Alltag im Home-Office etwas besser strukturieren zu können. Bestimmt habt ihr all diese Tipps bereits schon einmal gehört und denkt euch nun, das ist ja nichts Neues, aber das Wissen der Strategien ist das Eine, das Umsetzen das Andere. Also, je früher ihr die Strukturen implementiert, umso produktiver und effizienter werdet ihr sein. Insofern ist die momentane Situation keine Krise, sondern vielmehr eine Chance.

Ich wünsche euch auf alle Fälle viel Erfolg beim Arbeiten im Home-Office, und solltet ihr Unterstützung bei den kleinen Tipps und Tricks brauchen, Fabienne In-Albon Coaching ist auch während der Corona Zeit für euch da.

Eure

Fabienne

www.fabienneinalbon.ch / info@fabienneinalbon.ch

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