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Meine ganz persönliche Art Ziele zu setzen und zu erreichen

Veröffentlicht am 21. Januar 2021

Autorin: Beatrice Wespi

Die Zielsetzung nach der SMART-Formel ist bei mir in den Hintergrund gerückt. Gerne zeige ich dir, wie ich heute mit Zielen arbeite.

Alle Jahre wieder… Der Start des neuen Jahres ist prädestiniert dazu, sich neue Ziele zu setzen.
Auf der persönlichen Liste stehen oft wieder die gleichen Ziele, wie in den letzten Jahren – ich denke das kennen wir alle. Bis Frau in die Jahre kommt und sich dazu entscheidet, keine persönlichen Ziele mehr zu setzen. Jedenfalls ging das mir vor ein paar Jahren so und ich kenne ganz viele, die es auch so handhaben.

Ganz anders sieht es für mich im Geschäft aus. Da arbeite ich sehr gerne mit Zielen, aber auch nicht so richtig, wie es immer wieder beschrieben wird. Ziele mit der SMART-Formel waren für mich vor ein paar Jahren wichtig. Mittlerweile handhabe ich das etwas anders und das funktioniert für mich viel besser. Bist du der Typ, der sich gerne mit SMART-Zielen befasst, findest du im Internet ganz viele Infos dazu. Auch ich habe vor einiger Zeit einen Blogbeitrag dazu verfasst (Ziele bringen dich und dein Unternehmen weiter). Aber ich habe mich die letzten Jahre – wie du sicher auch – weiterentwickelt und gemerkt, dass mich diese smarten Ziele nicht sonderlich weiterbringen.

Arbeite ich jetzt einfach planlos vor mich hin?
Nein, natürlich nicht. Ich bin klar der Meinung, dass es Ziele braucht, um weiter zu kommen. Aber müssen sie immer terminiert und klar messbar sein? Und wenn man das ach so klar definierte Ziel dann nicht ganz erreicht hat, ist man frustriert, obschon man je nachdem trotzdem grossartiges geleistet hat? So stand zum Beispiel «abnehmen» jahrelang am 1.1. auf meiner To Do Liste. Natürlich habe ich mir auch einen Termin gesetzt, bis wann ich diese lästigen Kilos loswerden möchte. Und Jahr für Jahr war ich am 1. Januar des Folgejahres gleich schwer oder noch schwerer als im Vorjahr und ziemlich frustriert. Du hast wieder völlig versagt, sagte der innere Kritiker. Aber was, wenn ich es geschafft hatte einmal wöchentlich Sport zu integrieren? Eigentlich eine grossartige Leistung, gut für die Gesundheit, aber eben… mein smartes Ziel… failed!

Wie setze ich jetzt meine Ziele?
Ich erstelle mir jeweils ein Visionboard mit einem Zeithorizont von 3 bis 5 Jahren. Dort sind die für mich wichtigsten Eckpfeiler drauf und mit Bilder untermalt. Es stehen fast keine konkreten Zahlen drauf, sondern: wer ich dann bin, wie mein Umfeld aussieht, wer ich als Geschäftsfrau bin, wie glücklich meine Kunden sind und ganz wichtig, wie ich mich fühlen will. Sobald ich das Visionsboard anschaue werde ich direkt in diese Gefühlswelt katapultiert.

Exkurs: Mein ganz persönliches Highlight mit dem Visionboard: Ich habe das aktuelle Visionboard diesen Sommer neu erstellt und wie oben beschrieben habe ich mir auch im 2020 keine persönlichen Jahresziele gesetzt. Kurze Zeit nachdem das Visionboard fertig war, hatte ich das starke Gefühl, dass ich etwas für meine Gesundheit tun möchte. Das kam aus dem tiefsten Herzen und siehe da, ich habe mich leiten lassen, die richtigen Menschen und Sachen angezogen und im letzten Quartal 2020 «plötzlich» 10 Kilo abgenommen – und das ging – wenn ich es mit anderen Versuchen vergleiche – echt leicht. Natürlich musste ich gewisse Gewohnheiten verändern und habe einige Wochen auch recht radikal alles umgestellt. Einfach so klappt es, wie wir alle wissen, definitiv nicht. Ich fands aber spannend, wie plötzlich dieses Gefühl hochkam und wie es selbstverständlich war, das jetzt einfach durchzuziehen.

Jetzt aber wieder zurück zu deinen Business-Zielen. Das Visionboard ist dein Zukunftsbild, dein Leuchtturm. Und dieser Leuchtturm steht für deine Richtung in den nächsten Jahren. Ohne deinen Leuchtturm wird es schwierig Ziele zu setzen. Drum empfehle ich dir sehr, ein Visionboard zu erstellen. Gerne schicke ich dir auch eine kurze Anleitung zu (beatrice@beatricewespi.ch) oder du findest auch Infos dazu im Internet.

Photo by Robert Wiedemann on Unsplash
Photo by Robert Wiedemann on Unsplash

Alle Ziele die du jetzt definierst, egal ob es Jahresziele oder Quartalsziele, Wochenziele oder deine täglichen To Do’s sind, zielen darauf ab, deinem Leuchtturm einen Schritt näher zu kommen. Und ganz wichtig – Überprüfe das immer und immer wieder: «Bin ich auf dem richtigen Weg, bringt mich genau das zu meinem Leuchtturm oder muss ich etwas korrigieren.»

Wie sieht das jetzt konkret bei mir aus?
Ich setze mir 3 bis 5 sehr konkrete Jahresziele. Wichtiger als, dass diese Ziele smart sind, sind für mich die folgenden Fragen:

  1. Wozu will ich diese Ziele erreichen?
  2. Aus welchem Grund ist mir gerade dieses Ziel so wichtig? (Warum?)
  3. Gäbe es andere Ziele, die mich ebenfalls zum Leuchtturm führen würden?
  4. Ist das Ziel gross genug, dass es mich aus der Komfortzone lockt?
  5. Wie fühle ich mich, wenn ich dieses Ziel erreicht habe?

Zu jedem Ziel definiere ich entsprechende Strategien und plane daraus die ganz konkreten to-dos, die ich mir in einem Trello-Board festhalte. Ebenso wichtig, wie die Ziele selbst, sind die Strategien dazu und die regelmässigen to-dos. Hier ist es extrem wichtig den Fokus nicht zu verlieren, nicht dauernd rum zu hüpfen und wieder Neues auszuprobieren. Ganz nach dem Motto «viele Wege führen nach Rom», gibt es viele Strategien, die dich zu deinem Leuchtturm führen. Was dich aber definitiv nie zum Leuchtturm bringt ist, wenn du dauernd die Richtung änderst.

Und hier noch ein Tipp von mir: Setze dir für die Strategien Zeitfenster. Wie lange willst du an dieser Strategie festhalten? Wann überprüfst du, ob sie dich auch tatsächlich weiter zum Ziel bringt?
Kommst du dann (nicht vorher) zum Schluss, dass es so definitiv nicht klappt, kannst du deine Strategie anpassen. Aber Achtung, eine Strategie kann auch nur dann funktionieren, wenn du sie konsequent durchziehst.

Und nochmals ganz kurz:
• Erstelle dein Visionboard (Zeithorizont 3 – 5 Jahre)
• Definiere deine Ziele immer mit Fokus auf dein Visionboard. Hinterfrage jedes Ziel mit dem Warum und verbinde das Ziel mit deinen Emotionen.
• Definiere die passenden Strategien und weiche nicht davon ab, ausser es sprechen klare und gute Gründe dafür, dass die Strategie nicht funktioniert.
• Reflektiere regelmässig und überprüfe, ob du auch wirklich Richtung Leuchtturm unterwegs bist.
• Setze deine Strategien und deine to-dos konsequent um.

Beatrice Wespi GmbH – Unternehmens-Mentoring
Telefon: 031 333 22 21
E-Mail: beatrice@beatricewespi.ch
Webseite: beatricewespi.ch

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