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Knigge digital – Das Netz vergisst nie!

Veröffentlicht am 22. Oktober 2021

Autorin: Susanne Abplanalp

Seinen Emotionen Luft zu verschaffen ist menschlich. Doch es gibt bessere Lösungen als Hasskommentare ins Netz zu stellen, die wir bald schon bereuen. Mit spontanen Beleidigungen und unbedachten Äusserungen ist schnell unnötig Leid verbreitet und Ärger ist vorprogrammiert.

Manche Menschen haben nicht den Mut, ihre Meinung im direkten Gespräch mitzuteilen. Sie sagen vorerst nichts, ärgern sich trotzdem und im schlimmsten Fall äussern sie sich online. Oftmals sind diese Kommentare sehr verletzend. Und die Spuren, die sie hinterlassen, bleiben. Hier hilft kein „Sorry“. Denn geschrieben ist geschrieben. Das Internet vergisst nichts und die betroffene Person schon gar nicht.

Ein persönliches Erlebnis hat mir aufgezeigt, dass es sich lohnt, zu überlegen, was ich auf Facebook poste. Ich habe spontan ein sehr nettes Feedback einer Kursteilnehmerin veröffentlicht, das jedoch mit vielen Schreibfehlern verfasst wurde. Leider wurde es von meinen Leserinnen und Lesern so interpretiert, dass ich mich über die fehlenden Deutschkenntnisse der Teilnehmerin lustig mache. Der Name der Teilnehmerin war dabei nicht sichtbar. Doch was von mir gut gemeint war – im Sinne von: „Schaut mal welch schönes Feedback“ wurde als „Schaut mal die vielen Fehler“ verstanden.

Fünf Tipps, damit du dein Verhalten nicht bereust!

  1. Abwarten und Tee trinken
    Hast du dich so richtig geärgert? Dann entlade deine Wut sofort, damit es dir wieder besser geht. Schreibe deinen Ärger auf oder bereite eine E-Mail vor, aber: Ja nicht absenden! Speichere die Mail. Schlafe eine Nacht darüber und lies deine Zeilen nochmals. Es besteht eine grosse Chance, dass du das E-Mail am nächsten Tag sorgfältiger formulierst oder gar nicht mehr schreibst.
  2. Lästern und Diskriminierungen vermeiden
    Lästern ist die Fettnäpfchenfalle Nr. 1. Sage nichts, was du der Person nicht auch persönlich sagen würdest. Viele vergessen, dass sie im Internet nicht anonym sind. Dies zeigt, dass du keinen Stil und keinen Anstand hast und verletzt die betroffene Person oder Gruppe.
  3. Ein Bild sagt mehr als Worte
    Private, sehr persönliche Schnappschüsse werden auch von Geschäftspartnern gesehen – je nachdem welchen Kanal du wählst. Will man das wirklich? Sind andere Personen mit auf dem Bild, sollten diese unbedingt um Erlaubnis gefragt werden, selbst wenn sie nicht markiert werden.
    An Online-Meetings sehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vielleicht Dinge, die du lieber nicht hättest zeigen wollen: Das romantische Schlafzimmer, verschmutztes Geschirr und leere Weinflaschen in der Küche oder Mitbewohner und Katzen, die im Sichtfeld der Kamera auftauchen. Dann wähle vielleicht lieber die Einstellung, die den Hintergrund als verschwommenes Bild darstellt. Auch auf die Beleuchtung ist zu achten. Ungünstig oder ungenügend ausgeleuchtet zu sein, stellt dich nicht im besten Licht dar. Noch schlimmer als ein schlechtes Bild ist jedoch gar kein Bild. Seine Kamera auszuschalten ist ein No-Go, vor allem wenn der Sitzungsleitende ausdrücklich wünscht, dass die Kamera eingeschalten ist.
  4. Wertschätzende Ratings und Empfehlungen
    Du liest ein Buch und bist fasziniert vom Inhalt oder du übernachtest in einem Hotel, in welchem dir das Personal jeden Wunsch von den Augen abliest? Ein entsprechendes Feedback liest jede und jeder gerne. Gerade wenn eine Leistung überdurchschnittlich war, darf man auch ein paar Minuten in ein Rating mit einem pointierten, wohlwollenden Kommentar investieren. Dies freut den Dienstleister oder auch die Gäste, die sich überlegen, das entsprechende Angebot ebenfalls zu nutzen und deshalb diese Zeilen lesen. Ein Dankeschön und ein Lob gehen immer, online oder offline!
  5. Chancen nutzen
    Werden die Posts einer bestimmten Person analysiert, kann man sehr wohl auf deren Charakter schliessen. Sind die Beiträge stets hilfreich und neu, werden die Mitteilungen auch in Zukunft gelesen. Im besten Fall resultiert aus einem originellen sympathischen Chat zwischen zwei Personen später eine echte Freundschaft oder eine geschäftliche Verbindung. Doch das Vertrauen will über eine längere Zeit erarbeitet werden. So wie im „richtigen“ Leben eben.

Susanne Abplanalp
Knigge Today

Telefon: +41 79 630 26 88
E-Mail: s.abplanalp@kniggetoday.ch
Webseite: www.kniggetoday.ch

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