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Wie divers dürfen wir in Zukunft sein?

Veröffentlicht am 1. Februar 2021

Autorin: Katia Corino

Diversität ist die Gegenwart und die Zukunft. Wer sie lebt, lebt freier. Doch wie viel Diversität verträgt die Gesellschaft?

Diversität ist in aller Munde. Ein Wort, das Vielfältigkeit bedeutet und in sich äusserst vielfältig ist. Es begegnet uns in allen Lebensbereichen und fordert sowohl in der persönlichen als auch in der beruflichen Entwicklung immer mehr seinen Platz ein. Doch wie divers dürfen wir in Zukunft sein? Wie können wir unsere Diversität leben?

Die Vielfältigkeit dieses Themas stellt allein schon eine Herausforderung dar. Für einen Perspektivenwechsel suchte ich nach dem Antonym. Erfolglos. Bzw. die Begriffe, die als Gegensatz auftauchten, waren jeweils nur für einen Teilaspekt von Diversität einsetzbar.

Grundsätzlich ist alles im Leben vielseitig: Wir haben Tag und Nacht und jedes davon ist in sich wieder vielseitig, von sonnig bis regnerisch, von sternenklar bis verhangen. In einer Welt, in der vieles – inklusiv dem Menschen – am liebsten in vorgegebene Schubladen passen muss, bedeutet für mich Diversität Freiheit. Freiheit, mich heute für dies und morgen für das zu entscheiden.

Die unendlichen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, neue Interessen zu entdecken und ihnen nachzugehen, zahlen auf das Konto der persönlichen Diversität ein. Auch beruflich treffe ich immer mehr Menschen an, die nicht mehr nur auf ein Pferd setzen wollen, sondern das «Mehr» an Erfüllung suchen. Menschen, die auch bereit für ein Downsizing ihres bisherigen Lebensstils sind, um dafür aus der Einbahnstrasse raus zu können und ihrer oft mehrspurigen Herzensstrasse zu folgen. So tat ich es.

Diversität als Lebensweg

Vor über fünf Jahren entschied ich mich für die Selbständigkeit. Als Kommunikationsfachfrau in einer Grossbäckerei waren die Themen, um die sich alles drehte, immer dieselben. Ich wollte mehr, ich wollte Abwechslung, ich wollte für verschiedene Unternehmen tätig sein. Dank meinen Kunden erhalte ich Einblick in die unterschiedlichsten Branchen und darf immer dazulernen. Mein Wissenshunger stille ich somit durch meine tägliche Arbeit und jedes neue Thema ist eine Herausforderung, in die ich mich mit Freude hineinbegebe.

Nun heisst es Vorsicht: Ist einmal die Hürde genommen und die Einbahnstrasse verlassen, so offenbart uns unser Herz weitere neue Wege. Und so kam es zu meinem zweiten Standbein als Kräuter- und Heilsteinfrau sowie als Bach Blüten Beraterin. Beim Kräuteranbau oder dem Sammeln bin ich in Kontakt mit der erdenden Natur, das Kreieren und Ausprobieren von neuen Rezepturen bereitet mir tiefe Freude und mit den Bach Blüten Beratungen kann ich Menschen darin unterstützen, emotional gesund zu werden und zu bleiben.

Welche Schublade darf es sein?

Bis vor der Pandemie traute ich mich im Geschäftsumfeld kaum zu sagen, was mein zweites Standbein ist. Versuchte ich es, stiess ich oft auf Unverständnis, bzw. überforderte mein Gegenüber scheinbar damit. Durch meine vielseitigen Tätigkeiten liess ich mich schwer einordnen und ich passte dummerweise nicht nur in EINE Schublade.

Mit dem Lockdown änderte sich jedoch meine eigene Sicht auf meine Diversität: Lange dachte ich, ich sei dadurch in zwei Welten unterwegs und traute mich nicht, mich im Ganzen zu outen. Heute stehe ich dazu, denn das bin ICH, ich in meiner Diversität.

Diversität dank der Krise

Und gerade diese Krise brachte noch mehr Diversität zutage. Zwischenmenschlich zeigten sich bei jedem von uns neue Seiten, neue Prioritäten, neue Verhalten, die es zu akzeptieren gilt.

Aus unternehmerischer Sicht ist Diversifikation das Schiff, das eine Firma durch die Krise manövrieren kann, ohne dass zu grosser Schaden entsteht. Wer agil und kreativ genug, dem gelingt es auch in Krisenzeiten neue Märkte zu erobern.

Dass 2020 ein Rekordjahr für Firmenneugründungen in der Schweiz war (Quelle: Institut für Jungunternehmen AG, ifj.ch), verwundert mich insofern nicht. Die Pandemie lehrt uns, dass nichts unmöglich ist, dass wir unsere Träume besser heute als morgen leben sollen. Was morgen ist, wissen wir nicht.

Steh zu dir, denn du kannst dich nicht aufteilen

Die persönliche Diversität zu leben, heisst vollumfänglich zu sich zu stehen. Wir wollen als Individuum (Unteilbar) erkannt und wertgeschätzt werden. Unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Religion, Tätigkeit uvm. Folgen wir unserem Herzen, es kennt unsere Wege.

Katia Corino
Katia Corino

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