Selbstfürsorge als Schlüssel für ein gesundes Familienleben | womenbiz

Selbstfürsorge als Schlüssel für ein gesundes Familienleben

Veröffentlicht am 15. Juni 2021

Autorin: Carole Winiger-Candolfi

Mütter sind für ihre Kinder da. So der gängige Tenor. Dass dazu aber mehr gehört, als sich um den Nachwuchs zu kümmern, wird oft ausser Acht gelassen.

«Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich». Zitat von Karl Heinrich Waggerl

Elisabeth ist Mutter geworden. Ein Wunschkind, auf das sie und ihr Partner sich unbändig gefreut haben. Eltern zu sein, das haben sich die beiden schon lange gewünscht. Sie haben auf die Zeit, in der sie ihren kleinen Liebling in den Arm nehmen können hingefiebert.

Und das machen sie jetzt. Täglich. Elisabeth ist fasziniert von ihrem Kind, dem kleinen Geschöpf, dem Wunder der Natur. Tiefste Dankbarkeit erfüllt sie jedes Mal beim Anblick ihres kleinen Lieblings. Aber auch Ehrfurcht, als Eltern diese neue Verantwortung für das Leben eines Menschen zu tragen.

Doch neben dieser unbändigen Liebe für ihr Kind sind auch viele Herausforderungen zu meistern. Die Bedürfnisse des heiss geliebten Babys bestimmen plötzlich den Alltag rund um die Uhr.

Durchschlafen, ausruhen, das Mittagessen geniessen – oder sich auch nur eine heisse Dusche zu gönnen machen den Forderungen des kleinen Zwerges Platz. Das Leben dreht sich um stillen, schöppeln, Windeln wechseln, pucken und Schlaflieder singen. Und der Haushalt macht sich auch nicht von selbst.

Und so gerne Elisabeth diese Aufgaben auch alle übernimmt, ertappt sie sich immer öfter bei dem Gedanken, dass ihr alles zu viel wird. Ein schlechtes Gewissen überkommt sie, wenn die Küche mal wieder nicht aufgeräumt ist oder die Wäsche noch aufs Bügeln wartet. Sie ist doch den ganzen Tag zu Hause, warum schafft sie es nicht, sich um alles zu kümmern? Schuldgefühle tauchen auf. Und Fragen wie: Bin ich als Mutter genug? Wie schaffen es die anderen Mütter, alles zu managen und dabei so fröhlich zu wirken?

Ein ständiges Wechselbad der Gefühle, wie ich es als Kinderärztin bei den Müttern meiner kleinen Patienten oft miterlebe. Teils unausgesprochen, teils die unter Tränen geäusserte Überlastung der jungen Eltern. Eine Unsicherheit, die aus dem eigenen Umfeld, aber auch aus den Medien herrührt.

Frauen, die nicht mehr auf das eigene Bauchgefühl, die eigene Intuition hören, sondern versuchen, Dinge zu rationalisieren. Das muss doch gehen, andere schaffen es ja auch!

In diesem Streben nach Perfektionismus bitten Mütter selten um Hilfe. Und im Versuch, alles selbst zu meistern, schlittern sie immer tiefer in die Erschöpfung.

Ein Hamsterrad, aus dem es nur einen Ausweg gibt. Und der heisst Selbstfürsorge!

Denn ja, auch Mütter sind Menschen mit Bedürfnissen, die wahrgenommen werden wollen.
Und nein, das ist nicht egoistisch, sondern lebensnotwendig. Für Mutter und Kind.
Denn je besser sich die Mutter fühlt, desto leichter wird der Alltag. Und diese Leichtigkeit überträgt sich auch auf das Kind.

Also stelle dich vor den Spiegel und überlege, was du brauchst.

Hast du Hunger? Durst? Ist es Zeit für eine kleine Pause? Wäre ein entspannendes Bad am Abend mal wieder das Richtige? Ein Besuch bei einer Freundin? Eine Runde um den Block spazieren, mal ganz alleine?

Keine Frage, es erfordert auch Mut, diese Entscheidungen zu treffen. Und die Hilfe anderer, um sie umzusetzen. Doch nur, wer nimmt, kann auch wieder geben. Nur wer für die eigene Energie sorgt und die eigene Seele und Herzen nährt, empfindet Glück und Liebe und ist in der Lage, dies weiter zu geben.

Wenn du also vermeiden möchtest, dass Tage, Wochen, Monaten, oder gar Jahren vergehen, bis du endlich Zeit dafür findest, deine Kraftreserven wieder aufzuladen, dann triff JETZT die Entscheidung: Sag ja zu dir. Zu dir und deinen Liebsten. Denn deine Kinder haben es verdient.

Kinderarztpraxis Luzern Süd
Carole Winiger-Candolfi

Telefon: +41 41 541 88 88
E-Mail: info.kapls@hin.ch
Webseite: www.kapls.ch

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