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lernen – und wenn’s nicht funktionieren will…

Veröffentlicht am 3. Dezember 2018

lernen, die fähigkeit, die dem menschen die möglichkeit gibt, sich ständig, jeden tag unseres lebens zu verändern und weiter zu entwicklen.

lernen, eine aufgabe, die kinder und jugendliche in der schule jeden tag erledigen. einige haben damit grossen erfolg, ihnen gelingt lernen sehr gut und sie können leistung erbringen. andere tun sich jedoch mit lernen äusserst schwer, nichts will ihnen gelingen, die verzweiflung auf allen seiten ist gross.

gelingt dem schüler, egal welchen alters, das lernen nicht, werden als mögliche gründe schnell folgende aussagen gemacht: faul, der/die will nicht, es fehlt fehlt an der motivation, die heutigen kinder und jugendlichen sind nur noch auf konsum aus, dem schüler fehlt es an kognitiver begabung.

 

 

mein verständnis einer lernschwierigkeit fällt da ganz anders aus, meine erfahrung zeigt mir, dass jedes kind, jeder schüler, könnte er es so einfach steuern, möchte ein guter lerner sein und tolle leistungen erbringen. provozierend formuliere ich immer, auch gegenüber schülern: es gibt keine faulen menschen, zumindest wurden sie nicht faul geboren, denn wäre ein säugling faul, würde er in den ersten tagen seines lebens sterben.

lernen hängt meiner meinung nach von ganz anderen faktoren ab:

da ist als erstes mal die wahrnhemung zu nennen. soll ein stoff unseren denkapparat erreichen, um verstanden und gelernt zu werden, muss dieser den weg in unser gehirn finden. ja, das geschieht über die verschiedenen sinne. doch sind wir uns bewusst, dass sinne von geburt an angelegt sind, aber dann erst nach und nach ausgebildet und entwickelt werden. und warum, das verstehe ich nun wirklich nicht, bedenken wir nicht, dass diese ausbildung der wahrnehmung unter den heutigen lebensbedingungen sicher anders ausfällt, als dies in der generation der eltern und grosseltern geschah. folglich werden doch die lernbedingungen der jugend heute auch anders als früher sein?

dann höre ich dauernd, unsere kinder und jugendlichen können sich nicht mehr konzentrieren. was heisst denn schon konzentrieren und wer bestimmt das richtige mass an konzentration. Ist es nicht nachvollziehbar, dass ein kind/jugendlicher in der aktuellen welt, die ihm 24 stunden alles zur verfügung stellt, mühe darin bekundet, wichtig von unwichtig zu unterscheiden, und sich überhaupt für etwas zu entscheiden und alles andere auszuschliessen?

Und zu guter letzt vergessen wir doch nicht, dass lernen nicht nur eine kreative tätigkeit ist, sondern dass  diese mit passender technik, mit sinnvoller methodenkompetenz viel einfach und erfolgreicher bewältigt werden kann. wie lerne ich zum beispiel fremdsprachenvokabeln, schaue ich sei mir immer wieder an, schreibe ich sie unzählige von malen? nein, da ist ein strutkturiertes vorgehen gefragt, das möglichst alle sinne abdeckt. mein vorschlag ist:

  • s1 wörtli abschreiben, sowohl mutter- als auch fremdsprache, damit unser gehirn die zwei laut- und schriftbilder miteinander verbinden kann
  • s2 wörtli laut lesen
  • s3 um das schriftbild einzuprägen, können dieses buchstabiert werden
  • s4 kontrollschreiben

das verstehe ich unter einer sinnvollen technik, um eine lernaufgabe sinnvoll und erfolgreich bewältigen zu können. strukturiertes und der wahrnehmung angepasstes vorgehen… und plötzlich funktioniert es doch.

alexandra burger-müller, bern

dipl. lerntherapeutin ilt

www.permanent-learning.ch

 

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