Konkurrenz inspiriert. Kooperation bringt uns weiter. - womenbiz

Konkurrenz inspiriert. Kooperation bringt uns weiter.

Veröffentlicht am 17. August 2026

Autorin: Gaby Cacciatore-von Mandach

Konkurrenz gibt es. Das ist ganz normal – und eigentlich sogar ein gutes Zeichen. Denn wo Konkurrenz besteht, gibt es offensichtlich einen Markt und ein Bedürfnis. Deshalb halte ich wenig davon, Konkurrenz grundsätzlich negativ zu sehen.

Konkurrenz kann uns sogar positiv fordern. Sie sorgt dafür, dass wir wach bleiben, uns weiterentwickeln und nicht stehen bleiben. Zu schauen, was andere machen, welche Ideen entstehen und wie sich Angebote verändern, kann inspirieren.

Und ich finde sogar, wir dürfen einer Mitbewerberin auch einfach einmal ein ehrliches Kompliment machen, wenn sie etwas richtig gut macht.

Problematisch wird es erst, wenn wir ständig zur Seite schauen.

Wenn der Vergleich Unsicherheit auslöst, Energie raubt oder wir beginnen, anderen ihren Erfolg nicht mehr zu gönnen. Dann verlieren wir den Blick nach vorne.

Versuche deshalb, dich zu informieren und dich inspirieren zu lassen – aber dich nicht beeindrucken oder lähmen zu lassen. Dein Fokus muss auf deinem eigenen Weg, deinen Kundinnen und deinen nächsten Schritten bleiben.

Noch spannender wird es dort, wo aus vermeintlicher Konkurrenz Kooperation entstehen kann.

In der Wissenschaft gibt es dafür sogar einen Begriff: «Coopetition» – eine Verbindung aus «Cooperation» und «Competition». Gemeint ist, dass Unternehmen miteinander konkurrieren und gleichzeitig ganz bewusst dort zusammenarbeiten, wo beide Seiten davon profitieren können.

Eine aktuelle Studie mit 371 Unternehmen aus dem deutschen Finanzsektor zeigt, wie solche Coopetition-Netzwerke entstehen können. Besonders Plattformen spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie bringen Wettbewerber miteinander in Verbindung und ermöglichen gemeinsame Wertschöpfung. Interessant ist auch, dass unterschiedliche Ressourcen und Voraussetzungen Kooperationen fördern können – gerade weil die eine Seite etwas mitbringt, was der anderen fehlt.

Aktuelle Studie 2026 zu Coopetition und digitalen Netzwerken

Für mich steckt darin ein wichtiger Gedanke: Wir müssen nicht alle dasselbe können. Im Gegenteil.

Gerade unterschiedliche Stärken können die Grundlage für spannende Synergien sein.

Wo können wir also Synergien nutzen, statt gegeneinander Energie zu verbrauchen?
Wer ergänzt etwas, das ich nicht anbiete?
Mit wem kann ich Wissen, Reichweite, Kontakte oder eine Idee verbinden?

Nicht jede Mitbewerberin ist eine mögliche Kooperationspartnerin – aber viel öfter, als wir vielleicht denken, gibt es interessante Schnittstellen.

Eine gute Kooperation braucht ein gemeinsames Ziel, einen erkennbaren Nutzen für beide Seiten und Klarheit darüber, wer was einbringt. Erst dann kann aus einer sympathischen Idee eine tragfähige Partnerschaft entstehen.

Auch eine Business-Community kann dafür ein idealer Raum sein. Dort begegnen sich Menschen mit ähnlichen Zielen und gleichzeitig unterschiedlichen Kompetenzen. Wenn wir wohlwollend miteinander umgehen, Wissen teilen, uns gegenseitig inspirieren und einander weiterempfehlen, können unglaubliche Verbindungen entstehen.

Wir brauchen Gleichgesinnte, die nicht zur Seite kämpfen, sondern nach vorne schauen. Menschen, die gemeinsam die nächsten Schritte gehen und sich gegenseitig auch einmal den Steigbügel reichen.

Für mich heisst das: Konkurrenz beobachten, daraus lernen – und dann den Blick wieder nach vorne richten.

Denn Konkurrenz und Kooperation sind keine Gegensätze. Die Kunst liegt darin, zu erkennen, wo aus Konkurrenz Synergie werden kann.


Über die Autorin

Gabrielle Cacciatore-von Mandach ist Unternehmerin mit über 37 Jahren Erfahrung im Aufbau und in der Weiterentwicklung von Unternehmen. Als Gründerin von womenbiz, Keynote-Speakerin und Coach begleitet sie Unternehmerinnen dabei, Klarheit zu gewinnen, sichtbar zu werden und ihr Business strategisch zu führen.

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Gaby Cacciatore-von Mandach

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