Prioritäten setzen: Warum es nicht an deiner Disziplin scheitert
Volle Liste, leeres Gefühl? Warum echte Prioritäten keine bessere Planung brauchen – sondern eine innere Entscheidung.
Autorin: Beatrice Strub
Grenzen sind Barrieren, die es dir ermöglichen wahrzunehmen, wo du aufhörst und das Gegenüber anfängt. Als soziales und kommunikatives Wesen bist du ständig im Austausch. Sich abgrenzen zu können und gleichzeitig in Kontakt zu bleiben, sind essenzielle Bestandteile eines erfüllten Lebens – ob beruflich oder privat.
Grenzen helfen dir
Unklare Grenzen führen leicht zu Grenzüberschreitungen – besonders, wenn Angst vor Beziehungs- oder Jobverlust im Spiel ist. Ein Phänomen, das Frauen häufiger betrifft. Zu starre Grenzen führen zu Kontaktabbruch – dies betrifft häufiger Männer.

Viele Menschen haben Angst davor sich abzugrenzen. Oder sie setzen Grenzen so, dass es den Kontakt erschwert. Das kann verschiedene Gründe haben:
Kinder, deren «Nein» geäussert und gehört wurde, lernen, dass es normal ist, Grenzen zu ziehen.
Sie spüren:
Wenn ein Kind sein Nein nicht durchsetzen darf, braucht es Erwachsene, die seine Gefühle achtsam begleiten, so dass Frustration, Wut und Enttäuschung Platz haben dürfen.

Das Kind lernt:
Wichtig: Das Nein der Eltern gilt der Sache, nicht der Liebe zum Kind.
Dürfen Kinder kein Nein äussern, passen sie sich in der Regel an. Sie lernen kaum sich zu widersetzen, weil die Liebe und die Zugehörigkeit gefährdet sind.
In der Erziehung von Mädchen werden Empathie, Anpassung und Harmonie stärker betont als:
Bei Frauen heisst es dann: Sie hat Haare auf den Zähnen, sie ist anmassend und hysterisch.
Mädchen sozialisieren sich zudem weniger als Jungs über den offenen Wettbewerb. In der Mädchengruppe dürfen sie nicht zu sehr herausragen – «Habt ihr gesehen, wie die sich wieder meint?!».
Die Folge:
Sie lernen, die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen und sie oft ungefragt zu erfüllen.

Die Grafik von Prof. F. Schulz von Thun verdeutlicht, wie wichtig die Balance zwischen den beiden gegensätzlichen Werten «Empathie» und «klarer Standpunkt» ist. Es ist die Kunst empathisch und abgegrenzt zu sein.

| Zu wenige Grenzen | Zu viele Grenzen |
| Du fühlst dich oft ausgenutzt, weil du viel gibst und wenig erhältst. | Du kümmerst dich zuerst um das eigene Wohlbefinden, nimmst wenig Rücksicht. |
| Du stellst dich zu sehr in den Dienst anderer. Vernachlässigst deine Bedürfnisse. | Du hast wenig Empathie für die Bedürfnisse des Gegenübers. Du bist dir und anderen gegenüber gefühlsarm. |
| Du rückst dich selbst in den Hintergrund. | Schaust auf den eigenen Vorteil. |
Grenzen setzen ist ein ständiges Ausbalancieren zwischen
Beobachte und reflektiere:
Kinder sind z.B. ein prima Übungsfeld.
Sie sind wichtig!
Wenn du sie nicht kennst: Was willst du auf keinen Fall?
Persönliche Grenzen zu setzen und im empathischen Kontakt zu bleiben, ist ein Lebensprozess.
Es braucht
Mit der Zeit wirst du merken, dass du deine Bedürfnisse wichtiger nimmst, deinen Standpunkt besser kennst und Schritt für Schritt übst, eine Grenze zu setzen.
Am Anfang mag es ein kleiner Schritt sein. Aber jeder Schritt trägt dich ein Stückchen vorwärts.

Ich bin 70, habe 2 Töchter und lebe mit meiner spanischen Frau zwischen Ostermundigen und Conil de la Frontera.
Ich bin mit Leidenschaft eine psychologische Coach, Feministin seit der Kindheit, bringe ein grosses Erfahrungspaket mit als Kommunikationspsychologin, Körpertherapeutin und Traumatherapeutin. Ich brenne für Frauenthemen und arbeite deshalb heute am liebsten mit neugierigen FLINTA, die sich in ihrem Leben weiter entwickeln wollen.
Coaching für Frauen
Beatrice Strub
Webseite: coachingfuerfrauen.ch/ mit-reden.ch
Email: strub@mit-reden.ch
Telefon: +41 78 857 40 28
Volle Liste, leeres Gefühl? Warum echte Prioritäten keine bessere Planung brauchen – sondern eine innere Entscheidung.
Wer mehr Möglichkeiten sieht, trifft bessere Entscheidungen. Genau dort beginnt die Kunst, Nein zu sagen.
Als Zahlenhüterin habe ich nicht die Buchhaltung verändert – sondern meinen Blick auf Zahlen. Und genau das verändert gerade alles.