Fehler als Sprungbrett
Autorin: Gaby Cacciatore-von Mandach, womenbiz ag
Bevor wir starten. Spür mal rein: Was löst das Wort „Fehler“ in dir aus? Angst vor Bestrafung? Vor Schaden? Vor Bewertung?
Wir halten uns oft zurück oder treten gar nicht in Aktion – aus Angst davor, Fehler zu machen. Natürlich wollen wir Fehler vermeiden, um Schaden zu verhindern. Doch in diesem Artikel geht es darum, trotz Angst vor Fehlern zu handeln – und wie wir stattdessen lernen, Fehler bewusst anzunehmen und sie als Lernchancen zu nutzen.
Entweder ist eine Handlung erfolgreich oder sie ist ein Misserfolg. Den Erfolg kannst du geniessen, den Misserfolg kannst du als Lernchance nutzen. Hier kommt ein Motto ins Spiel, das ich sehr häufig für mich nutze: „Win or Learn“.
Was bedeutet „Win or Learn“?
Dieses Mindset besagt: Entweder du gewinnst – oder du lernst. Fehler sind zwar Rückschläge aber auch wertvolle Lektionen. Deshalb soll dich die Angst vor Fehlern nicht vom Handeln abbringen.
Wenn dir also ein Fehler passiert ist, dann ist das Wichtigste, dass du ihn erkennst, um Folgefehler zu vermeiden. Entschuldige dich dort, wo ein möglicher Schaden entstanden ist, und betone, dass der Fehler nicht in böser Absicht passiert ist. Wenn möglich, mach den Schaden wieder gut.
Und dann kommt das Debriefing ins Spiel: Analysiere genau, wie der Fehler passieren konnte und was du daraus für deine zukünftigen Entscheidungen lernen kannst. So kann aus einem Fehler ein wertvolle Wachstumschance entstehen.
Warum das Motto „Win or Learn“ deinen Mindset beflügeln kann:
Es bringt dir:
- Lerneffekt: Ob Erfolg oder Misserfolg- beides ist Gewinn.
- Mehr Mut: Du wagst Neues – denn du hast weniger Angst Fehler zu begehen.
- Klarheit: Du erkennst rückblickend: Was hat funktioniert – und warum.
- Wachstum: Du wächst mit deinem Handeln
Einer meiner persönlichen „Win or Learn“-Momente
Vor zwölf Jahren startete ich womenbiz – zwar mit einer grossen Vision, aber ohne Erfahrung betreffend Akquise und Sales. Mit nur theoretischem Wissen, aber ganz ohne praktische Erfahrung in den beiden Fachgebieten waren Fehler unvermeidlich.
Ein grosses Learning für mich war, dass Frau es nicht allen Recht machen kann – was mit meinem Helfersyndrom nicht immer einfach zu akzeptieren war. So gab es zum Beispiel einige Unternehmerinnen, die meinten, dass «Frauenunternehmen unterstützen» bedeutet, dass ich alles kostenlos zur Verfügung stelle. Solch fordernde Haltungen haben mich dann jeweils enttäuscht und mich mein Vorhaben hinterfragen lassen. Oder sie haben zu Missverständnissen geführt, die ich klären musste.
In solchen Momenten griff ich zurück auf meine Philosophie „Win or Learn?“ und führte Debriefings durch, entweder nur mit mir selbst oder mit einem erfahrenen Mentor. Dadurch wurde ich stets mutiger neue Dinge auszuprobieren, schärfte mein Denken, meine Prozesse und mein Angebot.
So habe ich auch gelernt, dass es wichtig und richtig ist, einen fairen Preis zu verlangen, auch wenn man unterstützt. Es ist mir wichtig, dass das auch anderen Unternehmerinnen klar ist: Ihr müsst eure Leistungen nicht verschenken, seid euch eurem Wert bewusst! Ein anderes Learning, was ich aus dieser Erfahrung mitnehmen durfte, ist von Anfang an klar zu kommunizieren. Dies hilft Missverständnisse und Unklarheiten zu vermeiden.
Heute bin ich dankbar für jeden einzelnen Stolperstein bei womenbiz und auch sonst im Leben – denn sie haben mich weitergebracht.
Hier meine Tipps für eine positive Fehlerkultur – für dich und (falls vorhanden) dein Team:
- Identifiziere deine limitierenden Glaubenssätze zum Thema Fehler. Richte dich auf „Win or Learn“ als deinen täglichen Kompass aus.
- Erinnere dich bei jeder Herausforderung: Jeder Stein ist ein Sprungbrett.
- Reflektieren statt lamentieren: Wenn du Fehler als Entwicklungschance siehst, machst du Fortschritt möglich.
- Wenn du im Team arbeitest, sprich offen über Fehler und teile deine Learnings: ehrlich, authentisch und vorbildlich. Übernimm Verantwortung für deine Fehler. Nicht darüber zu sprechen oder Fehler nicht zuzugeben, kann fatale Folgen haben. Stärke dein Team in Bezug auf Fehlerkultur: z.B. in Feedbackrunden, wo ihr Fehler und die Learnings behandelt.
- Entwickle nach Fehlern (gemeinsam) Lösungen.
- Erkenne, ob und wann dich dein Perfektionsanspruch lähmt und die Angst davor Fehler zu machen schürt und du deshalb nicht ins Tun kommst.
- Fortschritte wertschätzen: Auch kleine Erfolge verdienen Anerkennung. Das gibt dir mehr Mut, Dinge anzupacken und vermindert die Angst vor Fehlern.
Und übrigens: Schon manche Innovation ist aus einem „Fehler“ entstanden. Zwei bekannte Beispiele, deren Entstehung ein «Fehler» war, sind Penicillin und die Post-it Klebezettel.
- Penicillin:
1928 fand Alexander Fleming in seinem unordentlichen Labor zufällig eine verschimmelte Bakterienkultur. Statt sie wegzuwerfen, stellte er fest: Der Schimmel hemmte Bakterienwachstum. Ein Durchbruch, der zur Erfindung des Antibiotikums Penicillin führte. - Post‑it Klebezettel:
1968 entwickelt Spencer Silver bei 3M einen zu schwachen Kleber, der Papier nur leicht haftete. Man hatte keine Verwendung dafür, bis Art Fry 6 Jahre später die Idee hatte, ihn als Lesezeichen in seinem Gesangbuch zu nutzen. So entstand aus „Fehlklebeprodukt“ das heutige Büro-Phänomen, der Post‑it.
Last but not least: Die Gespräche, die du mit dir selbst führst, sind sehr wichtig, denn es liegt viel Power drin, aber auch viel Destruktion. Sei dir deiner Selbstgespräche bewusst. Und nutze die Power des Growth Mindsets. Statt „Ich kann das nicht“, sage dir „Ich kann es noch nicht.“ Auch das wird die Angst davor Fehler zu begehen mindern und dich ermutigen ins Handeln zu kommen.
Fazit: Aus Fehler werden Kraftquellen
Erfolg ist kein gerader Weg – er ist ein Tanz aus Mut, Klarheit, Konstanz und stetiger Entwicklung. Wenn du dich bei einem Misserfolg fragst „Was kann ich daraus lernen?“, Debriefings einsetzt und Fehlertoleranz lebst, verwandeln sich Herausforderungen in kreative Kraftquellen.
Über die Autorin

Hey, ich bin Gaby Cacciatore-von Mandach, Gründerin von womenbiz und mehrfache Unternehmerin.
Mit womenbiz begleite ich selbstständige Frauen dabei, ihr Herzensbusiness erfolgreich und erfüllt zu führen. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass Erfolg nicht nur in Zahlen messbar ist, sondern vor allem in persönlicher Zufriedenheit und Selbstverwirklichung – und dies möchte ich so vielen Frauen wie möglich weitergeben!
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womenbiz ag
Gabrielle Cacciatore-von Mandach
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