Digitale Ethik auf Social Media: Ein Kompass für das Miteinander im Internet - womenbiz

Digitale Ethik auf Social Media: Ein Kompass für das Miteinander im Internet

Veröffentlicht am 15. Oktober 2021

Autorin: womenbiz

Verantwortungsbewusstes Handeln gilt nicht nur für die reale Welt, sondern auch im Netz. Jeder hat das Recht auf ein erfülltes Leben auf den Social Media Plattformen. Doch wie genau sieht das aus?

Unser Alltag ist digital. Seit gut zehn Jahren haben wir nun unsere Smartphones in den Taschen und sind online: bloggen, posten, shoppen, chatten und networken. Instagram, Facebook und WhatsApp machen unser Leben schöner, leichter und bequemer und werden von über 800 Millionen Menschen täglich genutzt. Wir vernetzen uns immer und überall. Wir bilden Communitys und verdienen sogar online Geld – alles ist möglich und scheinbar ohne grossen Aufwand.

Wie bei den meisten schönen Dingen auf dieser Erde gibt es neben den zahlreichen positiven Aspekten jedoch auch immer eine Schattenseite.

Es ist wichtig, sich darüber bewusst zu sein, wie ein gutes und verantwortungsbewusstes Miteinander in der digitalen Gesellschaft aussehen soll. Nicht alles glauben, nicht jedem vertrauen, die Privatsphäre wahren, Verletzungen abwehren: Auch im Web gelten ethische Werte. Wie wir uns verhalten und mit Konflikten umgehen, ist Ausdruck unserer ethischen Haltung. Hier schreitet die Frage in den Raum: «Wie sollten sich Nutzer ethisch korrekt verhalten und was steht diesem im Wege?»

Von Cyber Mobbing und anderen Konflikten

Die Entwicklung hin zu einer Social Media Gesellschaft hat leider auch den Raum für Konflikte erweitert. Cyber Mobbing, Shitstorms und Bashings sind verschiedene Formen von Gewalt, die über Onlinemedien ausgeübt werden. Nicht selten findet man unter Posts beleidigende oder drohende Kommentare, hinter denen sich anonyme Accounts verstecken um die sogenannte Hate Speech zu verbreiten. Onlinegewalt beschädigt nicht die Physis einer Person, sondern greift durch Hilfe von Worten, Bildern und Videos die Psyche an. Die meisten sozialen Netzwerke haben mittlerweile Regeln gegen Hassreden aufgestellt. Das heisst, man kann mit ein paar Klicks beleidigende oder diskriminierende Kommentare melden und die Schuldigen können blockiert und sogar von den Seiten suspendiert werden.

Einmal im Internet, immer im Internet

Die Nutzung von digitalen Medien und deren fortschreitender Einfluss auf unseren Alltag haben auch Auswirkungen auf unsere Privatsphäre. Die Informationen und Bilder, die wir freiwillig in den sozialen Medien preisgeben sind Datenspuren, die wir im Internet hinterlassen. Die Nutzer sollten sich stets bewusst sein, wie viel sie von sich selbst im Internet veröffentlichen möchten.

Das Gleiche gilt auch für unsere Verhalten im Netz: Dinge, die wir kommentieren und liken, sehen und teilen, können grosse Auswirkungen auf uns selbst und andere haben. Hitzige Themen können schnell polarisiert werden. Auf Social Media tummeln sich eben nicht nur Nutzer, die von ihrem letzten Strandurlaub auf den Malediven berichten wollen, sondern auch Querdenker und politische Extremisten. Am besten ist es, solchen Auseinandersetzungen im Netz aus dem Weg zu gehen und auch achtsam zu sein, welchen Seiten und Accounts man folgt.

Social Media und die Gerüchteküche

Dabei ist auch nicht alles, was gepostet wird korrekt. Posts in den Sozialen Medien sind dafür ausgelegt, möglichst viel Aufmerksamkeit und Reichweite zu erzielen. So verbreiten sich Gerüchte im Internet rasant. Falschmeldungen halten sich hartnäckig und beeinflussen durch Likes und Shares die eigene Wahrnehmung der Welt und die politische Meinungsbildung. Es ist okay, auch mal Schlagzeilen zu hinterfragen und nicht gleich alles, was gepostet wird als schlichte Tatsachen zu akzeptieren.

Die Normen und Werte, wie wir sie offline kennen und leben, sollten wir auch im Netz einhalten. Digitale Medien ziehen sich mittlerweile durch sämtliche Lebensbereiche und werden immer wichtiger für das Zusammenleben und die Interaktionen der Menschen. Es ist schön, mit unseren Liebsten in Kontakt zu sein und auch auf beruflicher Ebene dank Social Media erfolgreich zu werden.

Damit sich jeder an den positiven Eigenschaften von Social Media erfreuen kann, sollten jedoch die folgenden Gebote der digitalen Ethik eingehalten werden*:

Gebot 1: Überlege dir genau, was du im Internet von dir preisgeben willst.

Gebot 2: Sei dir bewusst, wer online deinen Schritten folgt, welche Daten von dir gesammelt werden und was mit diesen Daten geschieht.

Gebot 3: Glaube nicht alles, was du online siehst und informiere dich aus verschiedenen Quellen.

Gebot 4: Lasse nicht zu, dass jemand verletzt und gemobbt wird.

Gebot 5: Respektiere die Würde anderer Menschen und bedenke, dass auch im Web Regeln gelten.

Gebot 6: Vertraue nicht jedem, mit dem du online Kontakt hast.

Gebot 7: Schütze dich und andere vor drastischen Inhalten.

Gebot 8: Messe deinen Wert nicht an Likes und Posts.

Gebot 9: Bewerte dich und deinen Körper nicht anhand von Zahlen und Statistiken.

Gebot 10: Schalte hin und wieder ab und gönne dir auch mal eine Auszeit.

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*Quelle: hdm-stuttgart.de

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