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Die Sorge um die Vorsorge

Veröffentlicht am 3. Mai 2021

Autorin: Lisa Wyss

Wir sollten uns «vor Sorge» über die «Vorsorge» das Leben nicht allzu schwer machen! Es kann jedoch nützen, sich ein paar weiterführende Gedanken zu machen.

Im aktuellen Weltgeschehen rund um Covid-19 entstehen gigantische Schuldenberge, die verunsichern und zum Nachdenken über Werte, deren Beständigkeit und Sicherheit einladen.
Das betrifft auch unsere Vorsorgeeinrichtungen. Es gilt, der Realität in die Augen zu schauen.
Das schweizerische 3-Säulen-Modell, welches sich in die staatliche Vorsorge (AHV), die berufliche Vorsorge (BVG) und die private Vorsorge (3a) aufteilt, könnte uns doch ruhig schlafen lassen – wäre da nicht die Frage, ob das dann auch genügend ist, respektive in dieser Form noch bestehen wird?

• AHV-Renten stellen ein finanzielles Überleben längst nicht mehr sicher.
• BVG Umwandlungssätze verkleinern die zukünftigen Renten, sofern überhaupt in die

  1. Säule einbezahlt wurde. Allein das Thema der Beiträge und «NICHT-Beiträge», der Gewinner und Verlierer, wäre ein abendfüllendes Thema.
    • Die private Vorsorge ist fakultativ. Nicht alle können sich diese leisten.

Die Tatsache, dass bereits in der 1. Säule (AHV) die Wörter «Minimalrente / Maximalrente» existieren, lässt leise Zweifel aufkommen, ob hier soziale Gerechtigkeit vorherrscht.
Wer dem 3-Säulensystem nicht so ganz vertrauen mag, wird sich fragen, welche Form der Vorsorge denn überhaupt Sinn machen könnte?

Immobilien

Die verbreitete Meinung, eine Investition in Immobilien sei die einzig lukrative Anlage, hatte in den letzten Jahren sicher ihre Berechtigung. Schliesslich wurde manch einer reich damit!

Es ist anzunehmen, dass staatliche Grundstückgewinnsteuern aufgrund von nicht mehr automatisch steigenden oder sogar rückläufigen Liegenschaftswerten zunehmend wegfallen werden. Der Staat hat hier mit der Anhebung der amtlichen Werte (Kanton Bern) jedoch bereits neue Einnahmequellen generiert, die für Hausbesitzer alles andere als angenehm sind.
Wir werden in Zukunft wohl kaum einen Steuerabzug geltend machen können, wenn bei einer Veräusserung einer Liegenschaft ein Grundstückverlust entsteht. Die Grundstückgewinne, welche wir heute noch verzeichnen, werden die Grundstückwertverluste von morgen sein. Die Immobilienkäufer von heute, werden in 15-20 Jahren ihre Immobilie kaum gewinnbringend verkaufen können. Das Aufbessern der privaten Vorsorge durch einen Immobilienverkauf wird zur Illusion.

Das Eigenheim als Altersvorsorge, mit einer von der Bank gängigen akzeptierten Hypothekarschuld, entpuppt sich bereits heute für viele als nicht geeignete Form der sicheren Geldanlage für das bevorstehende Alter. Hypothek Erneuerung, Tragbarkeitsrechnung und Eigenmietwert bereiten schlaflose Nächte und rote Köpfe. Oftmals führt dies zum unfreiwilligen Immobilienverkauf.

Währungen

Heute stehen sich zwei Extrempositionen gegenüber:
Sind wir «part of the game» sprich Bitcoin & Co., oder setzen wir auf die ursprünglich wahren Werte wie Silber und Gold?
Ich diskutiere gerne mit meinem Sohn darüber! Er versteht es knallhart zu argumentieren: «Alles hat den Wert, welcher ihm gegeben wird.» Für die jüngere Generation scheint der Unterschied von künstlichen Werten und Edelmetall offenbar nicht präsent, oder nicht fassbar zu sein.

Bitcoin?

Es ist schon erstaunlich wie erfinderisch der Mensch ist, wenn es darum geht, einen finanziellen, gesellschaftlichen oder machthabenden Nutzen zu erzielen. Da verwandelt sich sogar «NICHTS» in Geld, …sehr viel Geld!

Der unter dem Pseudonym «Satoshi Nakamoto» auftretende Erfinder von Bitcoin darf sich über mangelnde Intelligenz nicht beklagen. Der Gedanke aus «NICHTS» ein Vermögen schaffen zu wollen hat den Menschen immer fasziniert. Aber die Idee dann erfolgreich umzusetzen, beinhaltet wohl auch die Gabe, die Gier der Menschheit zu erkennen und gewinnbringend einzusetzen.

Kurt Bühlmann, Autor des Buches «Die Krise was tun?» formuliert es folgendermassen:

«Je tiefer die Welt in künstlichen Werten versinkt, desto mehr werden die wahren Werte des Reiches Gottes offenbar. Es ist mittlerweile allen bekannt: Silber und Gold kann man nicht erfinden – Banknoten und andere (Un-)Werte der Welt tun es bis zu dem Tag, an dem das Kartenhaus zusammenbricht. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird, aber von hier aus habe ich den Eindruck, dass die Lunte angezündet ist; und vor allem kann ich nicht sehen, wie sie gelöscht werden könnte.»
(Bühlmann kommentiert regelmäßig wirtschaftliche Zusammenhänge und Abläufe auf dem Finanzmarkt in Europa und weltweit.)

Silber und Gold?

Offenbar wusste die Generation, welche die Kriegsjahre erlebte, die wahren Werte zu schätzen.
Ich erinnere mich wie mein Vater jeweils zu sagen pflegte, die Zeit wird kommen, wo reine Silbermünzen wieder hoch im Kurs stehen. Es kann nicht sein, dass «Blechmünzen», wie er die heutigen Münzen nannte, denselben Wert haben wie Silbermünzen.
Was Kurt Bühlmann sagt: nur wahre «Waren-Währung» ist echtes Geld, hätte mein Vater bereits vor 50 Jahren unterschrieben!

Das Thema Vorsorge ist sehr herausfordernd und beschäftigt die Politik seit langer Zeit. Dies entbindet jedoch keinen von uns, sich damit zu befassen und eigene Gedanken, möglicherweise neue Gedanken, zu machen.

Das zitierte Buch «Die Krise was tun?» gibt Gedankenanstöße und ist ein guter Helfer. Es zeigt, was biblisches Haushalten heißt, wie das Weltfinanzsystem funktioniert und beschreibt Optionen zur Krisenbewältigung. Es ist in Deutsch und Französisch bei www.alliance-ch.ch erhältlich.

Lisa Wyss Immobilien

Telefon: +41 79 911 01 13
E-Mail: info@lwimmo.ch
Webseite: https://www.lwimmo.ch/

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