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Da steckt viel Liebe drin

Veröffentlicht am 28. Mai 2022

Autorin: Claudia Hiestand

Unberührte Moorlandschaften, schroffe Karstgebiete und wunderschöne Ausblicke: Das ist die Umgebung, von der Antoinette Reichmuth als Kind geprägt wurde. An der Kleinen Emme pflückte sie Blumen, auf dem Sörenberg lernte sie Skifahren und mit ihren Eltern und Geschwistern unternahm sie Ausflüge ins unmittelbar vor der Haustür gelegene Napfgebiet. «Es war herrlich», erinnert sich Antoinette Reichmuth. «Meine Kindheit war unbeschwert und das Aufwachsen in der Natur ein Geschenk.»

Einmal Natur, immer Natur

Doch wer nun meint, dass diese Geschichte das Klischee des Mädchens vom Lande bedient, das in der Grossstadt landet und dort sein Glück findet, irrt. Antoinette Reichmuth ist dem Leben in der idyllischen Natur treu geblieben. Der Liebe wegen verliess die bodenständige Luzernerin aber das schöne Entlebuch und fand in der schwyzerischen Ybrig-Region eine neue Heimat. «Wir haben das Elternhaus meines Mannes übernommen», so Antoinette Reichmuth. «Es heisst Bachmättli. Dieser Name hat mir auf Anhieb gefallen. Als ich meine eigene Firma gründete, war sofort klar, dass sie diesen Namen bekommen soll.» In der Manufaktur BaCHmättli verarbeitet Antoinette Reichmuth Stoffe zu Stirnbändern, Beanies, Halstüchern und Haargummis. Vom Zuschnitt bis zum Vernähen der Fäden ist alles mit sehr viel Liebe handgefertigt.

Der Oma sei Dank

Das Flair für Stoffe und für das Nähen wurden Antoinette Reichmuth in die Wiege gelegt. Schon ihre Grossmutter und ihre Mutter hatten mit der Nähmaschine praktische Kleidungsstücke gefertigt. «Meine Oma schenkte uns Kindern zu Weihnachten immer ein selbst genähtes Pyjama», sagt Antoinette Reichmuth. «Als sie starb, schenkte mir mein Grossvater ihre Nähmaschine. Ich war damals 16-jährig und machte darauf meine ersten Gehversuche als Näherin.» Zur gleichen Zeit startete die damals junge Frau in Engelberg eine Ausbildung als Innendekorateurin Fachrichtung Vorhang. «Das war damals wie ein Jackpot für mich», meint sie. «Ich konnte alles, was ich liebte, miteinander verbinden: die Berge, das Ski- und Snowboardfahren und das Nähen.»

Tägliche Begleiter für draussen

Nach der abgeschlossenen Berufslehre zog es Antoinette Reichmuth in die Verkaufsbranche. Mit der Geburt der Kinder kam dann die Lust aufs Nähen wieder zurück. Und irgendwann reifte der Entscheid, die Leidenschaft zum Beruf zu machen und ein eigenes Unternehmen zu gründen. «Die Arbeit in meiner Manufaktur BaCHmättli ist die schönste Beschäftigung, die ich mir vorstellen kann», sagt die Designerin. «Ich liebe es, Stoffe auszuwählen und freue mich immer wieder aufs Neue darüber, wenn unter meinen Händen Dinge entstehen, die anderen Menschen Freude bereiten.» Die langlebigen und funktionalen Produkte sind in der Region längst das Must-have schlechthin. Entsprechend wächst der Absatz. Antoinette Reichmuth hat in der Zwischenzeit sogar Näherinnen angestellt, damit sie die Nachfrage abdecken kann. «Erwachsene schätzen die top Qualität eines echten Schweizer Produkts aus naturbelassenem Jerseystoff», sagt sie. «Die Kinder lieben die bunten und witzigen Sujets auf den Kappen, Stirnbändern und Halstüchern.» BaCHmättli-Produkte sind gern gesehene Begleiter bei Sportund Freizeitaktivitäten im Freien. Und wer bei Antoinette Reichmuth einkauft, tut nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern obendrauf auch anderen. Denn pro Artikel fliesst ein Franken des Verkaufserlöses in ein wohltätiges Projekt im bolivianischen Regenwald.

Das Nähen im Blut

Mit wachsendem Erfolg konnte Antoinette Reichmuth ihren ursprünglichen Arbeitsplatz im Keller ihres Wohnhauses gegen einen hellen Raum mit grossem Schaufenster mitten im Dorf Unteriberg tauschen. Dort näht sie nicht nur, sondern hat für die Bevölkerung auch einen Ort der Begegnung und des Austauschs geschaffen. «Meine Näherinnen und ich teilen unser Wissen und bieten mittlerweile auch Nähkurse und Workshops an», so die Unternehmerin. «Sie sind sehr beliebt, denn gemeinsam etwas zu tun, macht einfach mehr Spass.»
Längst hat Antoinette Reichmuth eine moderne Nähmaschine mit allem Drum und Dran angeschafft. Oft setzt sich aber ihre Tochter hin und näht auf dem Gerät ihrer Uroma Kleider für ihre Puppen, Dreieckstücher für sich und ihre Freundinnen oder ihren eigenen Turnbeutel. «Es ist schön, dass die Maschine meiner Oma noch immer in Gebrauch ist», so Antoinette Reichmuth. «Und das bereits in der dritten Generation. Meine Oma hätte sicherlich ihre wahre Freude daran.»

Antoinette Reichmuth-Hofstetter
Manufaktur BaCHmättli

Telefon: +41 79 792 77 56
E-Mail: info@manufaktur-bachmaettli.com
Webseite: www.manufaktur-bachmaettli.com

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