Bibi Horst - Der Weg zur Unternehmerin | womenbiz

Bibi Horst – Der Weg zur Unternehmerin

Veröffentlicht am 9. Mai 2019

Ein Blick hinter die Kulissen von Unternehmerinnenpersönlichkeiten und was sie bewegt

Interview: Gabrielle Cacciatore-von Mandach, Gründerin womenbiz.ch

Was und wann war deine erste Erfahrung als Unternehmerin?

Vor 10 Jahren!
Damals machte ich mich mit einer eigenen Interior Planungsfirma selbstständig, nachdem ich 20 Jahre sehr engagiert und 7 Tage die Woche in leitenden Positionen als Interior Designerin im Handel tätig war.  Doch bevor ich dabei Licht am neuen selbstständigen Horizont sehen konnte, bekam ich ein schweres Burnout und wurde fast 2 Jahre aus dem beruflichen Verkehr gezogen. Danach war mir im Leben wie im Beruf nach Loslassen und Veränderung. Ich hing mein Projekt einer eigenen Planungsfirma an den Nagel und fing an, mein Buch  „Schokoladenjahre“ zu schreiben.

Wie kamst du auf die Idee deinen Blog zu erstellen?

Ich zog aus beruflichen Notwendigkeiten meines Mannes mal wieder um, diesmal ins schöne München. Doch ich kannte dort keinen Menschen und meine Tochter, selbst in Köln ansässig, hatte die Befürchtung, ich könnte so einsam und auf mich alleine gestellt, wieder in erneute Depressionen verfallen. So riet sie mir, die Themen meines Buches in einem Blog zu verarbeiten, so hätte ich die Chance, andere Blogger oder Leserinnen kennenzulernen.

Ich hatte damals, vor jetzt genau 2 Jahren, keine Ahnung von den sozialen Medien, ob Facebook oder Instagram, geschweige denn von Blogs und Bloggern. Dazu dachte ich, so ‚ältere Damen‘, wie ich es bin, gehörten nicht mehr in solche Medien. Doch Valentina blieb beharrlich, kam zu mir in den Süden und richtete mir Instagram ein, damit ich erstmal damit starten kann. Unser Deal war, nur einen Blog zu gründen, wenn ich bei Instagram nach 6 Monaten wenigstens 1000 Follower hätte.

Diese Vorgabe erreichte ich nach nur 2 Monaten und so startete ich im Juli 2017 mit meinem damals ziemlich unprofessionell selbst zusammengestellten Blog Schokoladenjahre. Völlig ohne beruflichen und strategischen Hintergedanken und nur um Valentina einen Gefallen zu tun.

Wer oder was hat dich dazu ermutigt und wo hast du dir das entsprechende Fachwissen geholt?

Wie oben erwähnt, war der Motor meine Tochter und der bescheidene Anfangserfolg bei Instagram, der mich folgend zur Gründung meines Blogs „Schokoladenjahre by Bibi Horst“ ermutigt hat.

Meine Themen waren und sind bis heute mein Leben und allgemein das Leben von uns Frauen im so bedeutenden mittleren Lebensabschnitt.
Jahre um die 50, die ich mittlerweile als die schönsten meines Lebens ansehe und ihnen den wundervollen Namen ‚Schokoladenjahre‘ gewidmet habe. (Denn ich liebe Schokolade!! )

Obwohl oder gerade weil genau jetzt bei uns Frauen so viel passiert: Kinder nabeln sich ab, oft zerbricht die Partnerschaft, berufliche und körperliche Veränderungen prägen uns und unseren Alltag und eine gewisse Unsicherheit und viele Fragen kommen auf. Alle diese sind nur lehrreiche und gut gemeinte Wegweiser um unser Leben in eine neue, und für uns wichtige Richtung zu bewegen. Krankheitsbedingt war ich damals aufgedunsen und trug Kleidergröße 40-42, meine Haut war fahl und faltig und mein Energiedepot leer. Meine Spiegel in der Klinik und zuhause hatte ich mit Tüchern verkleidet oder in den Keller geräumt.

Mir wurde irgendwann klar, dass ich psychisch erst wieder gesund werden kann, wenn ich mein Äußeres in den Griff bekomme und mich wieder mag und gerne im Spiegel anschauen möchte.  So begab ich mich in eine optische Selbsterneuerungs-Klausur und holte mir von allen Seiten Fachwissen in den Bereichen, Ernährung, Fitness, Beauty bis hin zu mentalen Kraftquellen. Ich stellte meine Ernährung komplett um, erarbeitete mein eigenes Fitness- und Beautyprogramm, begann mit regelmäßigen Fasten und mit Yoga und Meditation. Mein Wissen dafür holte ich mir aus dem Internet, in Gesprächen mit Therapeuten, aus Büchern und Vorträgen oder Seminaren.

Meine Mitwelt bekam meine Veränderung, körperlich wie mental, mit und ich wurde immer häufiger nach Geheimtipps gefragt. Dazu war Mode immer mein Steckenpferd und je gesünder und fitter ich wurde, je mehr kam mein ureigener Modestyle zurück.

Langsam fing ich an, mehr und mehr genau diese Zeit rund um und ab dem 50. Geburtstag zu genießen, fand mich attraktiver als noch Jahrzehnte vorher und viel freier, um endlich meinen ureigenen Weg zu gehen. Endlich nicht mehr nur funktionieren, sondern selbstbewusst zu agieren und mutig einen gesunden Egoismus zuzulassen.

All dieses neu erworbene Wissen und den Erfolg, aber auch die vielen gemachten Erfahrungen bei der Umsetzung, und meine neue Lebenskraft und -freude an genau diesem Lebensabschnitt, waren am Ende die Motivatoren für den Inhalt meines Buches und Blogs. Ich freute mich sehr, plötzlich Frauen in meinem Alter Mut zu machen, Inspirationen und Motivationen zu liefern, oder einfach ein stilles Vorbild zu sein, ob in der Mode oder in sämtlichen Lebensfragen.

Welche Strategien hast du durchgeführt, um so schnell so erfolgreich zu werden?

Wenn ich ganz ehrlich bin, verfolgte ich gar keine Strategie, manchmal führt eben auch eine lässige und unverkrampfte Einstellung zum Erfolg. Ich hätte gar keine Strategie verfolgen können, denn ich war ein absolutes Greenhorn in den sozialen Medien, das Wissen um diese habe ich mir nach und nach und mit fremder Hilfe und viel Beobachtung anderer erst langsam und gerade in letzter Zeit erst angeeignet.

Wenn ich so herumfrage, oder meine vielen lieben Lesermails Glauben schenke, dann ist es meine absolut authentische und ehrliche Art, mich und meine Themen zu kommunizieren. Aber auch meine positive und wohlwollende Einstellung zu mir und meinem Leben, vor allem auch zu meinen Schwächen, Stolpersteinen und Schicksalsschlägen, die auch zu mir gehören. Dazu habe ich per Zufall in ein Wespennest gestochen, denn es gibt nicht so viele wirklich gute Blogs 50plus, dazu mit einem so prägnanten optischen Style, wie meiner, der scheinbar bei vielen sehr gut ankommt.
Mittlerweile verfolge ich natürlich doch eine gewisse Strategie.

Ich habe mir auch professionelle Hilfe geholt, denn vor einem halben Jahr entschied ich mich, aus meinem Blog ein Business zu machen.
Auch gerade aufgrund meines fortschreitenden Alters bin ich zum strategischen Denken gezwungen, denn ich will nicht mit über 60 noch dauernd vor der Kamera stehen. So arbeite ich sukzessive an Wegen, um mehr und mehr in den Bereich der strategischen und medialen Firmen Beratung zu gehen, genauso wie hin zu Vorträgen und Seminaren. Trotzdem behalte ich bewusst eine gewisse Offenheit und Flexibilität, genauso wie gelebte Naivität bei, denn ich möchte die unverblümte und so charmante Leichtigkeit meiner Anfänge mir und meinen lieben Lesern noch möglichst lange erhalten.

Welche Tipps würdest du uns mitgeben?

Uns selbst nicht immer so ernst zu nehmen und mehr auf Zuversicht und positive Fügung zu setzen, als zu akribisch und verbissen alles planen und vorhersehen zu wollen. Menschen des Vertrauens mit an Bord zu holen, denn 4-… Augen und 2-… Herzen sehen und fühlen einfach mehr und öffnen neue unbekannte Horizonte. Ich liebe Teamwork über alles, auch wenn ich als kreativer Kopf meines Online Magazins oft leider alleine marschieren muss. Aber über allem steht die Identifizierung und die Liebe mit und zu uns selbst, denn nur dann sind wir offen für Veränderungen und frei von destruktiv neidischen Blicken nach rechts und links, die uns immer nur bremsen würden, statt uns zu animieren.

Genauso auch die Liebe zu dem, was wir tun…
schon Karl Lagerfeld, den ich sehr verehrt habe, Gott hab ihn selig, sagte einmal so richtig: ‚Alles, wozu wir keine Lust haben, ist Arbeit, alles wozu wir Lust haben, ist Beruf. Ich persönlich habe zeitlebens nie gearbeitet.‘

Wenn es mir ums Geld gegangen wäre, hätte ich nach meiner Krankheit in meinen alten Beruf zurückgemusst. Doch stattdessen folge ich nun mutig meinem Herzen und bin sehr demütig und dankbar für das Privileg, mir diesen ungewissen Weg auch leisten zu können.

Als meine Tochter Valentina nach ihrem absolvierten Masterstudium ins Berufsleben einstieg, schenkte ich ihr eine Postkarte mit genau diesem Spruch vom lieben Karl und dazu meinen mütterlichen Tipp, bei der Wahl ihres ersten Jobs, vor allem ihrem Herzen und nicht den Nullen vor dem Komma zu folgen.

Du gibst eine gute Prise Privates preis, aber nicht allzu vieles. Welches sind deine Kriterien dafür, was du öffentlich machst und was nicht?

Mein Blog Schokoladenjahre ist in gewisser Form mein Leben, und mit dessen Gründung war ich bereit, mich auch gewaltig zu entblößen. Ich gebe preis, womit ich mir und meiner Familie nicht schade, aber anderen etwas Gutes mit auf den guten Weg geben kann. Mir geht es dabei weder um Profilierung, noch um den, mittlerweile leider allseits sehr präsenten, ‚Zurschaustellungs-Drang‘, ganz im Gegenteil. Vor Gründung meines Blogs gab es kaum Fotos von mir, ich hielt mich für total unfotogen und scheute jegliches Objektiv. Genauso war ich eher verschlossen und mied die breite Öffentlichkeit.

Ich habe aber gelernt, mit der Kamera umzugehen, wie auch mein Leben in gewisser Form der Öffentlichkeit zu schenken. Ja es ist wirklich ein Geschenk, was ich meinen Lesern mache, so sehe ich es. Genauso behalte ich mir aber meine privaten Geheimnisse, die nur ich weiß, oder meine Familie und enge Freunde. Ich habe lange überlegt, mit meinen Schwächen und Krankheiten an die Öffentlichkeit zu gehen, doch gerade darauf bin ich jetzt besonders stolz. Gerade mit diesem mutigen Schritt vermittele ich mir selbst und meinen Lesern  Nahbarkeit und Augenhöhe, eben das wahre Leben und nicht diese künstlich schöne Medienwelt.

Einer meiner nächsten Blogartikel handelt übrigens von meinen ‚Stolpersteinen zum Glück‘, und er befasst sich ausschließlich mit Fehltritten, Schicksalsschlägen und Enttäuschungen, die mich mental erst in den Abgrund stürzten, mir dann aber zu erstaunlichen Höhen verholfen haben und mich zu der haben werden lassen, die ich heute bin. Und um genau das zu vermitteln, muss ich Dinge preisgeben und mich auch öffnen, aber immer mit Bedacht und großer Rücksichtnahme auf die Menschen, die ich liebe.

Man erhält den Eindruck, dass du täglich von einem Profi fotografiert wirst, stimmt das oder schießt du die Fotos zum Teil auch selber?

Kein einziges Bild ist von einem professionellen Fotografen bisher auf Instagram oder meinem Blog.
Meine Fotos schießen alle Menschen, die mich begleiten, wie meine Familie, Freunde, bis hin zur Ladenverkäuferin, Kellner oder Taxifahrer. Manchmal auch die Tochter einer Bloggerin, die dann direkt ein paar Stunden mit mir fotografiert. Gerade in letzter Zeit mache ich auch viele Fotos mit Stativ und Selbstauslöser, das erkennt man daran, dass ich bei diesen Fotos meist immer ein Handy in der Hand halte. Ich habe eine ganz gute Kamera, die dabei zum Einsatz kommt und die ich auch immer allen in die Hand drücke, aber genauso auch mein geliebtes I-Phone. Mein Perfektionismus lässt mich sehr kritisch auf die Fotos schauen, sodass nur die wirklich guten veröffentlicht werden. Ein noch ‚junger‘ (auf die Länge der Tätigkeit bezogen) Blogger, wie ich es bin, muss die Ausgaben im Griff behalten, und so leiste ich mir noch keinen Profi Fotografen, kann ja noch kommen 😉 ….

Wie organisierst du dich um all den beruflichen und privaten Anforderungen als Bloggerin, als Instagram Model und Familienfrau gerecht zu werden?

Anfangs war es chaotisch und belastete die Familie und den Freundeskreis sehr, einige Freundschaften sind daran sogar zerbrochen, da sie meine Bloggertätigkeit nicht akzeptieren wollten. Dieses organisierte Multi Tasking ist sicher für mich meine größte Herausforderung, denn diese Arbeit kennt keine Grenzen und kaum Tabus. Immer allzeit bereit und gestylt, denn man könnte ja einen Follower oder Blogleser auf der Straße treffen (bei fast 100.000 Followern auch schon sehr oft passiert übrigens). Mit meiner Bitte um Fotos von mir strapaziere ich die Nerven von meiner Familie und Freunden sehr, kaum jemand hat dafür Verständnis, außer Bloggerkolleginnen natürlich. Es ist ein ständiger Bittgang, der mir sehr schwerfällt und mich auch sehr belastet, aber er gehört nunmal dazu.

Ich versuche, so wenig wie möglich meine Familie mit einzubeziehen und das Handy wegzulegen, wenn wir zusammen sind, genauso bitte ich aber auch um Verständnis und Hilfestellungen. Aber gewisse Regeln sind wichtig, auch für mich persönlich, denn die mediale Welt darf nicht zur Sucht werden.

Dazu muss ich mich natürlich über die Maße in ‚Schuss‘ halten, um täglich auf Fotos und bei Events… gut auszusehen, ein nicht so einfaches Unterfangen, im‘ best ager Modus‘. Hier spielt eiserne Disziplin und das nötige Know How eine große Rolle, meine Eitelkeit tut ihr übriges.

Wo oder wie findest du den Ausgleich, wo holst du deine Energie?

Definitiv aus dem täglichen Sport, ob Fitness, Yoga, Skifahren, Golf oder Bewegung im Alltag. Hier bestreite ich beispielsweise meine Fahrten fast ausschließlich mit meinem geliebten Fahrrad oder gehe Treppen, statt Aufzüge zu benutzen. Meditation ist ein wichtiger Bereich, um mein Gedankenkarussell zu stoppen, leider praktiziere ich es momentan viel zu selten. Wichtig sind mir meine Auszeiten, am liebsten beim Wellnessen in einem schönen Hotel, langen Spaziergängen und abendlichem Schlemmen, ich esse für mein Leben gerne. Auch Shoppingtouren mit Freundinnen entspannen mich total und schütten jede Menge Endorphine aus, auch wenn mein Girokonto dies etwas anders sieht.

Last but not least beim Schreiben, dabei schalte und tauche ich immer wunderbar ab, genauso beim kreativen Arbeiten in meiner Mode oder in der Innenarchitektur.

Welche Personen haben dich auf deinem Weg in den letzten Jahren am meisten unterstützt?

Das klingt jetzt vielleicht hart, doch moralisch und motivationstechnisch ehrlich gesagt eigentlich nur ich mich selber und am Ende noch meine Beratungsagentur in Hamburg. Fototechnisch sicher ganz viel auch meine Familie und Freunde.

Wo und wie lässt du dich inspirieren? Fashion Shows, Blogs, Socialmedia, Fortbildungen, Zeitschriften, Netzwerkanlässe oder andere?

Was mein Styling angelangt sicher von meiner ureigenen Intuition und Inspiration, ich folge nicht explizit Trends und trage nicht, ‚was man jetzt trägt‘ ….sondern was mir gefällt. Dabei beobachte ich sicher interessiert allen neuen Trends, aber eher lässig und in 2. Reihe, ob in den Auslagen der guten Geschäfte, in Zeitschriften und im Netz. Ich liebe es auch, mich an einem Samstag in München exponiert in ein Café zu setzten und stundenlang den Menschen zuzuschauen, ich lerne aus den guten, wie nicht so vorteilhaften Anblicken. Am meisten Zeit verbringe ich alleine in meiner, ein Glück recht großen, Ankleide und stelle Outfits zusammen.

Eine wunderbar kreative Arbeit, bei der ich auch immer wieder uralte Kleiderschrankleichen mit neuen Kombinationen wiederbelebe.
Mein Spruch ist. ‚Mode ist das, was ich selbst daraus mache‘ und genau das lebe ich jeden Tag und meine unerschöpfliche Kreativität hilft mir dabei.
(Kein Wunder, dass ich an sich Modedesign studieren wollte, leider zwangen mich meine Eltern zur Architektur)

Wie und wo hast du die Beziehungen gefunden, die nötig waren, um diesen Weg zu gehen?

Ich kann mit ganzem Stolz, vielleicht aber auch mit etwas Wehmut, sagen, dass bisher noch keine einzige Beziehung zum Einsatz kam!!

Seit ich blogge halten sich auch alle mit ihren Beziehungsnetzwerken sehr diskret zurück, oder ich lasse sie dann mal spielen, doch sobald sie vom Bloggen hören, hagelt es Absagen. Gerade mittlerweile könnten mir Beziehungsnetzwerke in meinen Akquisen, aber auch beim Bekanntmachen meines Blogs und meiner beraterischen Dienstleistung sehr hilfreich sein… ich arbeite dran, bin offen für alle Gespräche und guten Mutes für die Zukunft.

Wie kam es, dass viele Firmen auf dich aufmerksam wurden und du Aufträge erhältst?

Witzigerweise ging es schon ganz früh damit los, man fand mich auf Instagram oder im Netz meinen Blog. Eine gut erhaltene, stylische und in interessanten Kreisen verkehrende Frau ist für viele Firmen ein kommerzielles Zugpferd. So kann ich mich über Anfragen im Mode-, Beauty-, Gesundheits- und in letzter Zeit auch im Hotelsektor nicht beklagen.  Ausschlaggebend ist definitv bei den lukrativen Jobs mein Blog, deshalb habe ich mich auch entschlossen, diesen nun ganz neu aufzulegen und mit der neuesten Technik auszustatten. Eine große Investition, die ich aber unbedingt brauche, um auch vorne mitzumischen und auf Google und überhaupt im Netz gefunden zu werden.  Dazu ist sicher meine Followerzahl von fast 100.000 auf Instagram interessant für die Firmen, genauso wie die 3500 Leser täglich auf meinem Blog, Tendenz steigend.

Wer oder was inspiriert dich?

Ich mich selber und Menschen und Labels allgemein, die einen guten stimmigen und distinguierten eigenen Stil haben.
Aber genauso auch der Mut und die Eigenständigkeit, gegen den Strom zu schwimmen und eigene Wege zu gehen, wie es der liebe Karl Lagerfeld immer getan hat.

Welches waren die größten Herausforderungen oder Stolpersteine und wie hast du diese überwunden?

Erstmal überhaupt die Überwindung, an die Öffentlichkeit zu gehen, denn ich bin eher die schüchtern Zurückgezogene, als die geborene Rampensau, die sich in großer Gesellschaft suhlt. Auch sich der Kamera tagtäglich zu stellen, bleibt bis heute für mich eine riesen Überwindung und es bedarf harter Disziplin. Dann sicherlich die Abneigung meiner Familie und Freunde gegenüber meiner Bloggertätigkeit, es war immer wieder ein Kampf und ein stetiges mich rechtfertigen müssen, sehr anstrengend und kräftezehrend bis heute. Genauso belastet mich immer wieder der Neid und die Missgunst, die leider vor allem in Deutschland und unter uns Frauen herrscht. Für mich als geborener Teamplayer und Beraterin, die gerne offen mit anderen kooperiert, aber auch zu Erfolgen verhilft, kaum nachzuvollziehen und schwer zu ertragen.

Ich bin ein Sicherheitsmensch und nie zu wissen, was beruflich so kommt, sei es finanziell, wie inhaltlich, ist und bleibt eine große Herausforderung für mich. Ich gehöre eher zu den ängstlicheren und sicherheitssuchenden Frauen und diese Balance auf einem Seil ohne Netz fordert mich schon tagtäglich ziemlich heraus, genauso wie pausenlos der öffentlichen Kritik ausgesetzt zu sein. Es ist spannend auf der einen Seite, aber auch nervenkitzelnd auf der anderen Seite und verlangt eine ungeheure Flexibilität, die ja im Alter eher etwas abnimmt.

Was genau treibt dich an und motiviert dich täglich zu arbeiten?

Meine Freude an dem was ich tue und die Lust, Menschen zu inspirieren, ihnen Mut zu machen, ihren eigenen Weg zu gehen. Sie zu motivieren, an sich selbst und ihre Ressourcen zu glauben und diese auch anzuzapfen, genauso wie ihren persönlichen Style zu entwickeln, macht mich glücklich. Genauso möchte ich vorleben, das Alter als ein Privileg und einen großen Segen und nicht als einen bösen Fluch anzusehen.

Mit meiner Öffentlichkeitsarbeit möchte ich aber auch dem lieben Gott danken, denn ich hatte immer Glück im Leben: Ich habe viele schwere Krankheiten und private und berufliche Krisen überstanden und dafür möchte ich etwas an andere zurückgeben. Genauso durchlebe ich mit meiner Arbeit einen für mich wichtigen mentalen Prozess, in dem ich mich tagtäglich offen und mutig meinen vielen Ängsten stelle. Und mittlerweile nun auch selbstbewusster und selbstgesteuerter meinen Weg gehe, egal was andere darüber denken. Diese Art der Öffentlichkeitsarbeit ist besser, als jeder Therapeut es sein könnte, und lässt mich tagtäglich mehr und mehr über mich hinaus wachsen. 

Was rätst du einer Jungunternehmerin, die ein ähnliches Business starten will wie du?

Erstmal die Ernsthaftigkeit zu überdenken, denn das Blogger Business ist hart und unerbittlich, dazu unendlich viel Arbeit, meist erstmal wenig lukrativ und trifft selten auf Verständnis bei anderen.

Eine klare Botschaft und Aussage zu haben und die Mitbewerber gut unter die Lupe zu nehmen. Sicher anfangs keine zu hohen Erwartungen zu haben und es langsam und locker anzugehen, um erstmal herauszufinden, ob der eigene Typ und die vermittelten Inhalte überhaupt vom Leser angenommen werden.

Finanzielle Reserven zu haben, um sich selbst am Anfang nicht zu viel Druck machen zu müssen und die nötige Coolness zu behalten.

Und natürlich unendlich viel Liebe, Enthusiasmus, Überzeugung, Mut, Authentizität, Selbstbewusstsein, Toleranz, Empathie, Zeit und am meisten dickes Fell und starkes Rückgrat.

Und sich so früh wie möglich professionelle Hilfe zu holen, damit unnötige Irrwege und Geldausgaben im Keim erstickt werden können.

Würdest du rückblickend etwas anders machen?

Nein, dieser Weg musste für mich sein, er hat mir geholfen, wieder mental nach meinem Burnout richtig auf die Beine zu kommen. Ich bin an den vielen Blogger-Stolpersteinen gewachsen, bin nicht darüber gefallen, sondern habe sie, oft zugegebenermaßen mit einem oder sogar zwei weinenden Augen aufgehoben. Nun bin ich dabei, mit diesen vielen gesammelten Steinen nach und nach ein schönes Haus für meine berufliche Zukunft zu bauen. Beim nächsten Mal würde ich nur noch früher mir kompetente Leute ins Boot holen und helfen lassen.

Bei welcher Firma würdest du gerne mal einen Tag lang hinter die Kulissen schauen und weshalb gerade dort?

Oh ich liebe schöne Hotels, und da gibt es einige, bei denen ich gerne mal hinter die Kulissen schauen würde, ob das Dolder Grand Zürich, Plaza New York, The Ritz London, Hotel Sacher Wien… und vor allem auch mal beim Lanserhof, ob in Innsbruck, am Tegernsee oder bald auf Sylt. Genauso in der Mode, so würde ich gerne mal zu Dior, Gucci oder Celine, oder Harrods, Grieder oder Breuninger besser kennenlernen…. aber auch viele andere, ich bin generell jemand, der es liebt, in allen Bereichen mehr über Unternehmen zu erfahren.

Am liebsten aber leiste ich Entwicklungsarbeit, und so würde mich Escada aktuell interessieren, und vielleicht sogar zu helfen, wieder vorne in der Mode mitmischen zu können.

In welche Richtung wirst du dein Unternehmen weiterentwickeln bzw. welche Ziele willst du erreichen?

Ich möchte meinen Blog ausbauen und verstärkt mit all meinen Erfahrungen in Richtung Product Placement, Social Campaining und Influencer Marketing in den Bereichen Fashion, Beauty, Vitality und gehoben Hotellerie gehen. Genauso auch kreativ mitwirken bei der Entwicklung neuer Kreationen oder im Bereich Einkauf und Kollektionsbestimmung, ob im Einzelhandel oder in der Industrie. In all diesen Bereichen bin ich mittlerweile auch schon tätig. Genauso möchte ich meinen Style- und Personalcoachingbereich ausbauen, in Form von Vorträgen und Seminaren für Firmen und größere private Gruppen. Ich visiere auch redaktionelle Beiträge an in guten Frauen- und Fachzeitschriften, wie auch mediale Fernsehpräsenz, vielleicht sogar auf Dauer mit einer eigenen Sendung in Form einer Talkshow für Frauen ab 50.

Wie sieht dein Arbeitstag aus?

Er beginnt morgens gegen 6.00 und endet nachts gegen Mitternacht, meist 7 Tage die Woche, mit den oben genannten Auszeiten.
Mein I-Phone und mein Mac sind meine wichtigsten Instrumente und allzeit im Einsatz, dazu rattert mein kreatives Gedankenkarussell ohne Unterlass. Meist alle 2 Wochen muss ich verreisen für 3 oder mehr Tage, immer mit viel Gepäck, digital voll ausgestattet und mit meiner Fotoausrüstung, bis hin zum Stativ.

Viel unterwegs zu sein auch in der City von München, um mich modisch auf dem Laufenden zu halten oder um zu Events zu gehen, gehört ebenfals zu meinem beruflichen Alltag. Dazu natürlich immer perfekt gestylt, denn entweder wartet das täglich Shooting auf mich oder unerwartete Aufeinandertreffen mit meinen Followern auf der Straße 😉Bibi Horst - Auf dem Weg zur Unternehmerin

Welches sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren, die ein Unternehmerin beachten sollte?

Vor allem erstmal ganz viel Überzeugung und Liebe für das was man tut, Geduld, Offenheit und Kooperationsbereitschaft ( auch gerade mit der Konkurrenz und nicht gegen!), fachliche Kompetenz (gerne auch in der 2. und 3. Reihe oder extern), Risiko- und Investitionsbereitschaft, Empathie und Teamfähigkeit, fundierte Vorbereitung, Fleiß und Disziplin, genauso wie viel Durchhaltevermögen, …aber am Ende auch das nötige Gottvertrauen und genügend Charme und Lebensfreude mit ganz viel lebensnahem Optimismus.

Gibt es weitere gute Tipps, die du einer Karrierefrau mitgeben möchtest?

Erst gut über den beruflichen Traum nachdenken, behutsam sacken lassen und dann immer wieder visualisieren. Mir möglichst sogar in langen Meditationen die berufliche Zukunft schon real vorstellen, wie alles abläuft und wie erfolgreich ich dabei bin. Kommen dabei wirklich reale Bilder, dann ist der Weg geebnet und es kann in die Planungsphase übergehen. Mich dann nur wenigen und wenn, nur kompetenten Menschen, die mich möglichst sogar auf diesem neuen Weg begleiten sollen, anvertrauen…. Sonst absolutes Stillschweigen, um sämtlichen unqualifizierten und entmutigenden Meinungen zu vermeiden. Denn bei der Karriere, vor allem bei uns Frauen, gibt es keine Freunde, nur ganz viele Neider!

Um die Angst vor dem Scheitern zu minimieren setze ich mich locker mit dem Scheitern, dem Worse Case und mit dem ‚Was dann?‘ auseinander und behalte es gelassen im Hinterkopf. Ein wunderbarer Trick und nützliches Netz, während ich auf dem Seil balanciere.

Mir dann wirklich gute Partner oder Berater suchen, hier keine Kosten und Mühen sparen. ‚Geht nicht und kann ich nicht, gibt’s nicht‘, den inneren Kritiker und Bremser wohlwollend zum besten Freund machen und viel mit ihm ermutigend sprechen. Zielstrebig, aber immer mit einer gewissen Ruhe und Besonnenheit kleine bedachte Schritte machen, genügend Zeit einplanen zum Erreichen des Ziels und das Soll lieber wohlwollender kalkulieren.

Von Anfang an auch Auszeiten einplanen, freie Wochen oder/und regelmäßiges Yoga und Meditation, um immer wieder Stress und Druck durch Loslassen zu ersetzen. Meine Familie mit einbeziehen, grob den Weg erklären und um Verständnis bitten. Ja und dann ganz viel Konsequenz, Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen, dabei hilft besonders die Liebe und der Glauben in mich und zu mir selbst und in meinen beruflichen Weg. Und nicht vergessen, immer wieder und wieder die ursprünglichen Visionen meines Erfolges in Ruhephasen aufrufen und visualisieren.

‚Ich träume nicht mein Leben, sondern lebe meinen Traum, denn es wäre viel schlimmer, es nie versucht zu haben, als am Ende vielleicht zu scheitern‘.

Alles Liebe, Eure Bibi

p.s. Und bitte nie vergessen, unsere Schokoladenjahre sind die süßeste Verführung, seit wir 50 sind.

 

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