Autorin: Barbara Dubach
Warum die Natur deine wichtigste Geschäftspartnerin ist – und wie du Chancen ergreifst
Der heisse Sommer dieses Jahres zeigt uns unmissverständlich: Die Klimakrise und die Zerstörung unserer Ökosysteme sind eng miteinander verknüpft. Extreme Hitzewellen, Trockenheit und Wasserknappheit treffen nicht nur die Natur, sondern wirken sich direkt auf globale Wertschöpfungsketten, Energieversorgung und Ernteerträge aus.
Über 55% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts – rund 58 Billionen US-Dollar – hängen direkt oder indirekt von funktionierenden Ökosystemdienstleistungen ab [1]. Ein Beispiel für diese systemischen Verflechtungen: Rund 97% der Entwaldungsaktivitäten im Regenwald sind auf die Umwandlung von Waldflächen in landwirtschaftliche Nutzflächen und Viehweiden zurückzuführen [2].
Wenn wir Wälder roden, zerstören wir natürliche Kohlenstoffspeicher, bringen den weltweiten Wasserkreislauf durcheinander und beschleunigen globale Hitzewellen – die dann wiederum bei uns zu Landwirtschaftsausfällen und betrieblichen Risiken führen.

Die Natur ist keine Nachhaltigkeitsfloskel, sondern die grundlegende Infrastruktur unseres wirtschaftlichen Erfolgs. Ein kürzlich publiziertes Paper von Innovate 4 Nature (I4N) und PwC Schweiz [3] zeigt eindrücklich: Es reicht nicht, Risiken zu analysieren und Daten offenzulegen. Wer jetzt handelt, schützt nicht nur die Umwelt, sondern sichert sich entscheidende Wettbewerbsvorteile.
Vom Berichtswesen zur echten Wertschöpfung
Die Ergebnisse aus diesem Paper zeigen deutlich: Viele Unternehmen haben das Thema Biodiversität zwar auf dem Radar – 60% der Top-100-Schweizer Unternehmen stufen Natur bereits als wesentlich für ihr Geschäft ein – doch bei der Umsetzung klafft eine erhebliche Lücke:
- 77% der Unternehmen erfassen zwar naturbezogene Kennzahlen.
- Aber nur 27% haben die Natur fest in ihre Unternehmensstrategie integriert.
- Gar nur 9% der Verwaltungsräte tragen eine explizite Verantwortung für Naturthemen.
Mit anderen Worten: Wir messen und berichten viel, wir handeln wenig und die Governance-Verantwortung fehlt. Das Erkennen von Risiken ist wichtig, doch die wahre Transformation beginnt dort, wo wir Naturrisiken in neue Geschäftsmodelle und Innovationen übersetzen.
Ein Blick über den Tellerrand: Schweiz und Lateinamerika im Vergleich
Spannend ist der direkte Vergleich unserer Studien in der Schweiz und Lateinamerika, insbesondere Costa Rica [4]:
- Lieferkette vs. eigene Betriebe: Während Schweizer Grosskonzerne ihre grössten Naturrisiken zu 80,5% in den vorgelagerten Lieferketten identifizieren, sehen lateinamerikanische KMU die Herausforderungen zu 55,6% in ihren eigenen Betrieben.
- Gemeinsamer Nenner Wasser: In beiden Regionen ist Wasser das zentrale Thema – sei es bei Risiken, Auswirkungen oder dem Wunsch nach innovativen Co-Kreationen.
- Hohe Bereitschaft zur Zusammenarbeit: Über 70% der befragten Unternehmen sind offen für Partnerschaften und Start-up-Innovationen.
Konkrete Lösungen für Schlüsselbranchen

Die gute Nachricht ist: Lösungen sind vorhanden und einsatzbereit! Innovate 4 Nature hat ein globales Portfolio von qualitativ hochstehenden, naturpositiven und marktreifen Startups und Innovationen identifiziert:
- Agrar- und Lebensmittelbereich: Regenerative Landwirtschaft und biologischer Pflanzenschutz (wie Unibaio oder Courageous Land) schützen Böden und reduzieren Chemikalien drastisch, und nachhaltige Logistiklösungen (z.B. NetZero Pallet) optimieren den Transport.
- Bau & Immobilienbranche: Da 97% des ökologischen Fußabdrucks in diesem Sektor durch Baumaterialien entstehen, bieten biobasierte Baustoffe (z.B. Mycostrat oder ParaStruct) sowie blau-grüne Infrastrukturen (z.B. FieldFactors) riesige Hebel.
- Energie: Innovationen wie eDNA-basiertes Biodiversitäts-Monitoring (z.B. SimplexDNA) oder renaturierte Wassereinzugsgebiete stellen sicher, dass die Energiewende nicht auf Kosten lokaler Ökosysteme geht.
Für Schweizer Unternehmen heisst das konkret: Naturbezogenen Risiken und Chancen gehören auf die Traktandenliste des Verwaltungsrates, nicht nur in die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Wasserabhängigkeiten und Lieferkettenrisiken verdienen dieselbe Sorgfalt wie Währungs- oder Zinsrisken.
Deine 4 Wege, um jetzt aktiv zu werden
Egal, wo du auf deiner Reise stehst – es gibt konkrete Möglichkeiten, von Daten zu Taten zu kommen:
- Nature Accelerator: Integriere naturpositive Strategien direkt in dein Kerngeschäft.
- Regionale Hubs: Werde Partner lokaler Initiativen mit Innovate 4 Nature in der Schweiz oder unseren regionalen Hubs in Costa Rica mit FUNDES oder in Dubai mit Goumbook.
- Action Labs: Schliesse dich branchenübergreifenden Kollaborationen an, um gemeinsame Herausforderungen (z.B. Regenerativer Kaffee oder Amazonien-Ökosysteme) zu lösen.
- Netzwerk und Veranstaltungen: Nutze Plattformen wie den Nature Lunch während dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, um dich mit Pionieren zu vernetzen oder dich selbst als Pionier zu positionieren.

Fazit: Wer zuerst handelt, gewinnt
Unternehmen, die naturpositive Lösungen frühzeitig verankern, senken Betriebskosten, sind resilienter, und sichern sich Zugang zu Kapital, Talent und neuen Märkten bevor teure Anpassungskosten entstehen. Lass uns gemeinsam von der Kennzahl zur Tat schreiten!
Über die Autorin

Dr. Barbara Dubach ist Ko-Initiatorin und Geschäftsführerin von Innovate 4 Nature (I4N) sowie Gründerin und Geschäftsführerin von engageability – einem Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit und Stakeholder Engagement.
Seit über 30 Jahren engagiert sie sich an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Innovation und Wirtschaft, u.a. bei Holcim, beim World Business Council for Sustainable Development sowie als Umweltökonomin beim Bundesamt für Umwelt. Zudem ist sie Vorstandsmitglied bei ESG4Boards und swisscleantech.
Innovate 4 Nature & engageability
Dr. Barbara Dubach
Webseite: i4n.ch / engageability.ch
Email: barbara.dubach@i4n.ch
Telefon: +41 79 322 83 43
Referenzen & Quellenhinweise:
[1] World Economic Forum (WEF): «Nature Risk Rising» (2020) (WEF Report) & PwC: «Managing Nature Risks» (2023) (PwC Report).
[2] World Resources Institute (WRI) Global Forest Review: «Deforestation Linked to Agriculture» (WRI Report) & MapBiomas Report.
[3] PwC Schweiz & Innovate 4 Nature (I4N): Whitepaper «Nature Positive: From Resilience to Value Creation» (2025/2026), abrufbar unter: www.i4n.ch.
[4] engageability: «Nature Reporting in Switzerland – TNFD Study 2025» (Top-100 Schweizer Unternehmen), abrufbar unter: engageability TNFD Study.
[5] I4N & FUNDES: Vergleichsstudie Schweiz (n=41) vs. Lateinamerika / Costa Rica (n=27). (Veröffentlichung vorgesehen Ende September)
[6] WBCSD & World Economic Forum (WEF): «Roadmaps to Nature Positive».
Autorin: Diana Eglseder
Einen Grossteil meiner Freizeit verbringe ich in der Luft. Mal allein unter meinem Gleitschirm, mal gemeinsam mit anderen beim Fallschirmspringen. Beide Sportarten bedeuten für mich Freiheit und doch könnten sie unterschiedlicher kaum sein.
Als Paragleiterin bin ich meist auf mich allein gestellt. Meine Entscheidungen basieren auf Erfahrung, Wettermodellen, Geländekenntnis und unzähligen Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen. Mein Netzwerk besteht hier vor allem aus Wissen – auch das meiner Intuition. Jeder Datenpunkt hilft mir dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Gemeinsam abheben
Beim Fallschirmspringen hat das Wort Netzwerk für mich eine ganz andere Bedeutung. Denn schon bevor sich die Flugzeugtür öffnet, braucht es viele Menschen, die zusammenspielen, sei es der Pilot, der Flughafentower oder weitere Springerinnen und Springer, um einen Load zu füllen.
Unterschiedliche Erfahrungen, Fähigkeiten und Persönlichkeiten kommen zusammen und tragen ihren Teil bei. So entsteht eine Gemeinschaft – ein Netzwerk – das nur im Zusammenspiel funktioniert. Das notwendige Vertrauen entsteht dabei nicht erst in der Luft, sondern lange davor. Durch Verlässlichkeit. Durch ehrliche Kommunikation. Und durch das Übernehmen von Verantwortung – für sich selbst und das direkte Umfeld. Ähnlich wie im Business.
Kontakte sind noch kein Netzwerk
Beim Netzwerken darf es niemals nur um die Anzahl der Kontakte oder den grösstmöglichen Benefit für einen selbst gehen. Es geht um die Qualität der Beziehung zu jenen Personen. Ist die Basis solide und beruht auf den gleichen Werten, entsteht nicht nur ein Netzwerk, sondern vor allem auch Sicherheit, die nicht nur beim Fliegen elementar wichtig ist. Denn mit einem guten Netzwerk kann jede Herausforderung gemeistert werden – auch noch Jahre später.
Social Media & Co, sind dabei gute Startrampen. Doch Sichtbarkeit allein schafft noch keine Verbindung. Dafür braucht es Begegnungen, ehrliches Interesse und die Bereitschaft, selbst die Person zu sein, auf die sich andere verlassen können. Und der Moment, wenn wir diese Verlässlichkeit mehr als alles andere brauchen, kommt. Irgendwann. Versprochen!
Wenn es drauf ankommt
In solchen Momenten zeigt sich, worauf unsere Beziehungen wirklich gebaut sind. Vertrauen zeigt sich nicht in den einfachen Momenten. Es zeigt sich dann, wenn Pläne zerbrechen, wenn Gewissheiten ins Wanken geraten und Menschen füreinander da sind, ohne lange zu fragen. Wenn aus Kontakten Begleiter werden und Unterstützung nicht nur angeboten, sondern selbstverständlich gelebt wird.
Netzwerke bauen wir nicht für die Zeiten, in denen alles gut läuft. Wir bauen sie für die Momente, in denen wir ihre Stärke wirklich brauchen. Und genau deshalb lohnt es sich, Beziehungen mit Zeit, Ehrlichkeit und Vertrauen zu pflegen. Nicht, weil wir irgendwann einmal etwas brauchen könnten, sondern weil wir einander brauchen. Im Unternehmertum genauso wie im Leben. Mal tragen wir andere, mal werden wir selbst getragen. Ein gutes Netzwerk verhindert nicht, dass wir fallen. Aber es ist das (Sicherheits-)Netz, das darüber entscheidet, wie wir wieder aufstehen.
Über die Autorin

Diana Eglseder ist Geschäftsführerin des Vorarlberger Gründungszentrums, der Startup Vorarlberg GmbH, und gestaltet seither gemeinsam mit ihrem Team die regionale Startup-Szene aktiv mit. Deren Anfänge hat sie selbst 2016 als Gründerin eines Tech-Startups miterlebt und mitgeprägt.
Ihre Erfahrung aus der Medien- und Kommunikationsbranche, sowie der Unternehmensentwicklung in Transformationsprozessen gibt sie heute an Startups weiter. Als Mitgründerin der Fempower Community liegt ihr zudem die Unterstützung von Frauen bei der Umsetzung ihrer unternehmerischen Vorhaben besonders am Herzen.
Startup Vorarlberg GmbH
Diana Eglseder
Webseite: startup-vorarlberg.at
Email: diana.eglseder@startup-vorarlberg.at
Telefon: +43 67 674 274 11
Autorin: Lea Helfenstein
Was uns Girls Getting Started über Community, Kooperation und die Kraft des gegenseitigen Weiterbringens lehrt.
«Das machen wir auch.»
Ein Satz, den wir in der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wahrscheinlich alle schon einmal gehört oder selbst gedacht haben.
Gerade wenn mehrere Organisationen, Vereine oder Unternehmerinnen für ähnliche Themen brennen, entsteht schnell das Gefühl von Konkurrenz: Wer erreicht die Zielgruppe? Wer bekommt Unterstützung, Förderung und Aufmerksamkeit? Wer wird sichtbarer?
Doch je länger ich mich mit Community-Arbeit beschäftige, desto stärker beschäftigt mich eine andere Frage: Müssen wir wirklich gegeneinander antreten und um denselben Platz kämpfen, wenn wir für ähnliche Ziele arbeiten? Oder entsteht mehr, wenn wir unsere Kräfte verbinden und neue Möglichkeiten schaffen?
Kooperation beginnt dort, wo Konkurrenz aufhört
Der Verein Girls Getting Started verfolgt eine klare Mission: Wir wollen junge Frauen inspirieren, stärken und miteinander verbinden. Dabei sind wir längst nicht die Einzigen, die sich für Female Empowerment, Unternehmertum oder persönliche Entwicklung einsetzen – und genau das ist eine Stärke.
Denn eine lebendige Community entsteht nicht dadurch, dass eine Organisation alles selbst anbietet. Sie entsteht durch Verbindungen zwischen Menschen und Organisationen, die unterschiedliche Perspektiven, Fähigkeiten und Ressourcen einbringen. Die eine bringt das Netzwerk mit. Die andere die Expertise. Eine kennt die richtige Person, eine andere hat die Idee. Gemeinsam kann daraus etwas entstehen, das allein vielleicht nie möglich gewesen wäre.
Genau darin liegt für mich die Bedeutung von Synergie: nicht einfach Dinge gemeinsam zu tun, sondern gemeinsam etwas zu ermöglichen, das über die einzelnen Beiträge hinausgeht. Dieses Gedankengut leben wir in unserem Verein Girls Getting Started.
Wir müssen nicht alles selbst können
Gerade als Verein erleben wir täglich, dass Ressourcen begrenzt sind. Zeit, finanzielle Mittel, Know-how und Kapazitäten stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung.
Früher hätte ich das vor allem als Herausforderung gesehen. Heute sehe ich darin auch eine Chance: Es erinnert uns daran, dass wir nicht alles selbst aufbauen müssen. Wir können unglaublich viel voneinander lernen und zusammen erreichen. Und der Wille, dies auch zu tun, ist für mich der Anfang jeder guten Kooperation.
Wenn wir für einen Event eine Expertin suchen, müssen wir nicht selbst zur Expertin werden. Wenn jemand anderes bereits ein wertvolles Angebot hat, müssen wir es nicht kopieren. Und wenn eine andere Organisation dieselben Menschen erreicht, müssen wir nicht um dieselbe Aufmerksamkeit kämpfen.
Wir können uns gegenseitig empfehlen.
Wir können Wissen teilen.
Wir können Türen öffnen.
Manchmal ist die wertvollste Form der Kooperation ganz einfach der Satz: «Das ist nicht unser Thema – aber ich kenne jemanden, der dir weiterhelfen kann.»

Genau durch solche Verbindungen ist bei Girls Getting Started bereits viel entstanden. Eine unserer Speakerinnen aus dem Jahr 2024 wurde beispielsweise zur Coachin einer unserer Ambassadorinnen. Diese hat inzwischen ihren eigenen Co-Working-Space eröffnet und damit wiederum einen Ort geschaffen, an dem neue Begegnungen und Ideen entstehen können.
So verstehen wir Community: Nicht als Sammlung einzelner Angebote, sondern als Netzwerk, in dem Menschen sich gegenseitig weiterbringen und etwas der Gesellschaft zurückgeben.
Community braucht Grosszügigkeit
Kooperation ist für mich deshalb weniger eine Frage einzelner Projekte, sondern vor allem eine Haltung des Vertrauens, des Mutes und der Offenheit. Es geht darum, nicht immer zuerst zu fragen: «Was bringt mir das?», sondern auch: «Was kann daraus entstehen?»
Die wertvollsten Verbindungen entstehen oft dann, wenn jemand bereit ist, etwas weiterzugeben, ohne eine unmittelbare Gegenleistung zu erwarten: einen Kontakt weitergeben, obwohl man selbst keinen unmittelbaren Vorteil daraus zieht. Wissen teilen, ohne dafür eine Rechnung zu schreiben. Einer Idee Raum geben, obwohl sie nicht die eigene ist.
Diese Form von Grosszügigkeit bedeutet nicht, weniger strategisch zu handeln. Im Gegenteil: Sie schafft die Grundlage für langfristige Wirkung. Denn wer andere stärkt, stärkt gleichzeitig das Umfeld, in dem auch die eigenen Ideen wachsen können.
Vier Fragen für bessere Kooperationen
Wenn wir über Kooperation sprechen, denke ich deshalb weniger an klassisches Networking und mehr an die Qualität unserer Beziehungen.
Vor einer Zusammenarbeit helfen mir vier Fragen:
- Was können wir gemeinsam besser als allein?
- Wo können wir voneinander lernen?
- Wem nützt die Zusammenarbeit – über uns hinaus?
- Was entsteht dadurch, das sonst nicht entstanden wäre?
Die letzte Frage finde ich besonders wichtig. Denn wenn am Ende nur zwei Logos nebeneinanderstehen, ist noch keine Synergie entstanden. Spannend wird es dort, wo durch die Verbindung etwas Neues entsteht.
Gemeinsam mehr möglich machen
Vielleicht brauchen wir deshalb einen Perspektivenwechsel: Weg von der Frage «Wer bekommt den Platz?» und hin zu «Was können wir gemeinsam möglich machen?»
Gerade bei gesellschaftlichen Themen, die grösser sind als einzelne Organisationen, ist Kooperation kein Zusatz; sie ist die Voraussetzung dafür, langfristig etwas zu bewegen. Und vielleicht gilt das auch für uns persönlich: Wir müssen nicht immer die Erste sein. Wir müssen nicht alles allein schaffen. Und wir müssen anderen nicht den Platz streitig machen, um selbst sichtbar zu werden.
Denn Veränderung entsteht nicht dadurch, dass eine Person oder Organisation gewinnt. Sie entsteht, wenn Menschen bereit sind, gemeinsam etwas Neues entstehen zu lassen.
Über die Autorin

Lea Helfenstein ist Präsidentin des Vereins Girls Getting Started, einer Community, die junge Frauen inspiriert, stärkt und miteinander vernetzt. Sie arbeitet im Fundraising und beschäftigt sich mit der Frage, wie Organisationen, Menschen und Ideen zusammenkommen können, um gesellschaftliche Wirkung zu entfalten.
Girls Getting Started
Lea Helfenstein
Webseite: girlsgettingstarted.ch
Email: info@girlsgettingstarted.ch
Telefon: +41 79 719 04 19
Autorin: Aana Sharma
Sonntagabend. Dein Kalender für die kommende Woche ist voll. Kundentermine, Sitzungen, Projekte, Entscheidungen. Dein Unternehmen läuft. Deine Karriere stimmt. Vieles von dem, was früher einmal Ziel war, hast du längst erreicht.
Und trotzdem ist da diese Frage: Will ich das eigentlich noch?
Vielleicht geht es um dein Unternehmen. Um deine Führungsrolle. Eine Zusammenarbeit. Ein Projekt, das dich einmal begeistert hat. Oder um die viel grundsätzlichere Frage, wie du die nächsten Jahre leben und arbeiten möchtest.
Die Antwort ist dir vielleicht nicht einmal völlig unbekannt. Im Gegenteil. Du weisst möglicherweise längst, dass etwas nicht mehr stimmt. Du hast darüber nachgedacht, analysiert, mit Menschen gesprochen, Bücher gelesen und verschiedene Möglichkeiten durchgespielt.
Und trotzdem entscheidest du nicht.
Wenn Wissen nicht mehr weiterhilft
Wir gehen häufig davon aus, dass schwierige Entscheidungen vor allem ein Informationsproblem sind: Wenn du noch etwas mehr weisst, noch eine Analyse machst oder noch eine Nacht darüber schläfst, wird die richtige Entscheidung irgendwann offensichtlich.
Manchmal stimmt das. Bei den wirklich wichtigen Entscheidungen deines Lebens reicht Wissen jedoch häufig nicht aus.
Denn du entscheidest nie nur aufgrund von Fakten. Deine Erfahrungen entscheiden mit. Deine Vorstellung davon, wer du bist. Deine Verantwortung gegenüber anderen. Erwartungen, Sicherheitsbedürfnisse, wirtschaftliche Interessen – und vielleicht auch die Angst, etwas zu verlieren, dass du dir über Jahre aufgebaut hast.
Gerade wenn du erfolgreich bist, kannst du deshalb lange in Situationen bleiben, die objektiv funktionieren – aber innerlich nicht mehr stimmen.
Das bedeutet nicht, dass du nicht entscheiden kannst. Es kann vielmehr ein Hinweis darauf sein, dass deine bisherige Logik für die nächste Entscheidung nicht mehr ausreicht.
Die schwierigste Entscheidung ist oft nicht zwischen richtig und falsch
Viele bedeutende Entscheidungen sind schwierig, weil mehrere Möglichkeiten vernünftig sind.
Bleibst du bei dem Unternehmen, das erfolgreich ist – oder entwickelst du etwas Neues? Nutzt du eine attraktive berufliche Chance – oder schützt du den Freiraum, den du dir gerade erst geschaffen hast? Willst du weiterwachsen – oder entscheidest du bewusst, dass mehr nicht automatisch besser bedeutet?
Solche Fragen lassen sich nicht allein mit einer Pro-und-Contra-Liste beantworten. Denn dahinter liegt eine grössere Frage: Was soll dein Leben künftig tragen?
Hier beginnt für mich Entscheidungsintelligenz.
Nicht bei der möglichst schnellen Entscheidung. Sondern bei deiner Fähigkeit, eine Situation so klar wahrzunehmen und zu verstehen, dass daraus eine Entscheidung entstehen kann, hinter der du auch langfristig stehen kannst.
Gute Entscheidungen beginnen vor der Entscheidung
Deshalb beginne ich in meiner Arbeit nicht mit der Frage: Was sollst du tun? Ich beginne früher.
Was ist tatsächlich da?
Was davon sind Fakten – und was sind Annahmen, Erwartungen oder alte Vorstellungen?
Was hat dich bisher getragen? Und was trägt heute vielleicht nicht mehr?
Erst wenn du klarer wahrnimmst, kannst du tiefer verstehen. Erst dann kannst du dich bewusst ausrichten und gestalten.

Dieser Prozess klingt einfach. In der Praxis verlangt er etwas, das in einem vollen unternehmerischen oder beruflichen Alltag selten geworden ist: einen Raum, in dem du nicht sofort funktionieren, reagieren oder Lösungen produzieren musst.
Einen Raum, in dem du zunächst sehen kannst.
Strategie und innere Klarheit gehören zusammen
Meine eigene Arbeit bewegt sich seit vielen Jahren zwischen Welten, die häufig getrennt betrachtet werden: Strategie und Meditation, Unternehmertum und persönliche Entwicklung, analytisches Denken und unmittelbare Wahrnehmung.
Aus 25 Jahren strategischer Arbeit, 15 Jahren Unternehmertum und 30 Jahren Meditationspraxis ist für mich eine Erkenntnis besonders deutlich geworden: Eine Entscheidung wird nicht dadurch tragfähig, dass sie nur strategisch klug ist. Und auch nicht dadurch, dass sie sich im Moment einfach gut anfühlt.
Tragfähige Entscheidungen entstehen dort, wo innere Klarheit und strategische Klarheit zusammenkommen. Wo du die Realität siehst, ohne sie schöner oder schlechter zu machen, als sie ist. Wo du verstehst, was tatsächlich auf dem Spiel steht. Wo du dich bewusst dafür entscheidest, was künftig wichtig sein soll. Und wo aus dieser Erkenntnis Handlung entsteht.
Denn Erkenntnis allein verändert noch nichts.
Nicht Wissen verändert Leben. Entscheidungen tun es.
Wenn Erfolg zur Frage wird
Vielleicht besteht deine nächste Entwicklungsstufe deshalb nicht darin, noch erfolgreicher zu werden. Vielleicht beginnt sie mit einer anderen Frage: Was ist Erfolg für dich heute?
Nicht vor zehn Jahren. Nicht für dein Umfeld. Nicht gemessen an dem, was gesellschaftlich als erfolgreich gilt. Sondern heute. Diese Frage kann unbequem sein. Sie kann aber auch der Beginn von etwas sehr Klarem sein.
Genau darum geht es in meinem Webinar «Wenn Erfolg nicht mehr genügt.» am 11. September 2026 von 16.00 bis 17.30 Uhr.
Es richtet sich an dich, wenn du Unternehmerin, Selbstständige oder Frau in Führungsverantwortung bist, viel erreicht hast – und spürst, dass deine nächsten Entscheidungen nicht einfach aus der Logik deiner Vergangenheit entstehen können.
Wir schauen darauf, warum du wichtige Entscheidungen trotz Erfahrung und Wissen möglicherweise aufschiebst, was tragfähige Entscheidungen von kurzfristig Plausiblen unterscheidet und wie aus Klarheit tatsächliche Veränderung entstehen kann.
Nicht, um dein Leben weiter zu optimieren. Sondern um klarer zu sehen, was für dich wirklich trägt.
Weisheit zeigt die Richtung. Entscheidungen bringen sie ins Leben.
Über die Autorin

Aana Sharma ist Ingenieurin, Unternehmerin und Gründerin von AANA | Wisdom in Action. Sie verbindet 25 Jahre Erfahrung in Strategie und Zukunftsgestaltung, 15 Jahre Unternehmertum und 30 Jahre Meditationspraxis.
Mit Decision Intelligence begleitet sie Unternehmer:innen und Führungskräfte dabei, komplexe Situationen klarer wahrzunehmen und Entscheidungen zu treffen, die nicht nur kurzfristig erfolgreich sind, sondern langfristig tragen.
Das Webinar «Wenn Erfolg nicht mehr genügt.» findet am 11. September 2026 von 16.00 bis 17.30 Uhr online via Zoom statt. Du kannst dich gerne hier anmelden.
AANA | Wisdom in Action
Aana Sharma
Webseite: aana.ch
Email: info@aana.ch
Telefon: +41 78 836 39 38
Autorin: Gaby Cacciatore-von Mandach
Konkurrenz gibt es. Das ist ganz normal – und eigentlich sogar ein gutes Zeichen. Denn wo Konkurrenz besteht, gibt es offensichtlich einen Markt und ein Bedürfnis. Deshalb halte ich wenig davon, Konkurrenz grundsätzlich negativ zu sehen.
Konkurrenz kann uns sogar positiv fordern. Sie sorgt dafür, dass wir wach bleiben, uns weiterentwickeln und nicht stehen bleiben. Zu schauen, was andere machen, welche Ideen entstehen und wie sich Angebote verändern, kann inspirieren.
Und ich finde sogar, wir dürfen einer Mitbewerberin auch einfach einmal ein ehrliches Kompliment machen, wenn sie etwas richtig gut macht.
Problematisch wird es erst, wenn wir ständig zur Seite schauen.
Wenn der Vergleich Unsicherheit auslöst, Energie raubt oder wir beginnen, anderen ihren Erfolg nicht mehr zu gönnen. Dann verlieren wir den Blick nach vorne.
Versuche deshalb, dich zu informieren und dich inspirieren zu lassen – aber dich nicht beeindrucken oder lähmen zu lassen. Dein Fokus muss auf deinem eigenen Weg, deinen Kundinnen und deinen nächsten Schritten bleiben.
Noch spannender wird es dort, wo aus vermeintlicher Konkurrenz Kooperation entstehen kann.
In der Wissenschaft gibt es dafür sogar einen Begriff: «Coopetition» – eine Verbindung aus «Cooperation» und «Competition». Gemeint ist, dass Unternehmen miteinander konkurrieren und gleichzeitig ganz bewusst dort zusammenarbeiten, wo beide Seiten davon profitieren können.
Eine aktuelle Studie mit 371 Unternehmen aus dem deutschen Finanzsektor zeigt, wie solche Coopetition-Netzwerke entstehen können. Besonders Plattformen spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie bringen Wettbewerber miteinander in Verbindung und ermöglichen gemeinsame Wertschöpfung. Interessant ist auch, dass unterschiedliche Ressourcen und Voraussetzungen Kooperationen fördern können – gerade weil die eine Seite etwas mitbringt, was der anderen fehlt.
Aktuelle Studie 2026 zu Coopetition und digitalen Netzwerken
Für mich steckt darin ein wichtiger Gedanke: Wir müssen nicht alle dasselbe können. Im Gegenteil.
Gerade unterschiedliche Stärken können die Grundlage für spannende Synergien sein.
Wo können wir also Synergien nutzen, statt gegeneinander Energie zu verbrauchen?
Wer ergänzt etwas, das ich nicht anbiete?
Mit wem kann ich Wissen, Reichweite, Kontakte oder eine Idee verbinden?
Nicht jede Mitbewerberin ist eine mögliche Kooperationspartnerin – aber viel öfter, als wir vielleicht denken, gibt es interessante Schnittstellen.
Eine gute Kooperation braucht ein gemeinsames Ziel, einen erkennbaren Nutzen für beide Seiten und Klarheit darüber, wer was einbringt. Erst dann kann aus einer sympathischen Idee eine tragfähige Partnerschaft entstehen.
Auch eine Business-Community kann dafür ein idealer Raum sein. Dort begegnen sich Menschen mit ähnlichen Zielen und gleichzeitig unterschiedlichen Kompetenzen. Wenn wir wohlwollend miteinander umgehen, Wissen teilen, uns gegenseitig inspirieren und einander weiterempfehlen, können unglaubliche Verbindungen entstehen.
Wir brauchen Gleichgesinnte, die nicht zur Seite kämpfen, sondern nach vorne schauen. Menschen, die gemeinsam die nächsten Schritte gehen und sich gegenseitig auch einmal den Steigbügel reichen.
Für mich heisst das: Konkurrenz beobachten, daraus lernen – und dann den Blick wieder nach vorne richten.
Denn Konkurrenz und Kooperation sind keine Gegensätze. Die Kunst liegt darin, zu erkennen, wo aus Konkurrenz Synergie werden kann.
Über die Autorin

Gabrielle Cacciatore-von Mandach ist Unternehmerin mit über 37 Jahren Erfahrung im Aufbau und in der Weiterentwicklung von Unternehmen. Als Gründerin von womenbiz, Keynote-Speakerin und Coach begleitet sie Unternehmerinnen dabei, Klarheit zu gewinnen, sichtbar zu werden und ihr Business strategisch zu führen.
Möchtest auch du dein Business mit mehr Klarheit, Präsenz und Wirkung führen? Dann könnte ein persönliches Gespräch ein kraftvoller nächster Schritt sein.
womenbiz ag
Gaby Cacciatore-von Mandach
Webseite: womenbiz.ch
Email: info@womenbiz.ch
Telefon: +41 31 932 38 62
Autorin: Lisa Buth
«Um ein Kind grosszuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.»
Diesen Satz hast du bestimmt schon einmal gehört. Dahinter steckt die Vorstellung, dass ein Kind nicht nur von seinen Eltern geprägt wird, sondern von einem ganzen Umfeld aus Familie, Freunden, Nachbarn, Lehrpersonen und anderen Menschen, die es auf seinem Weg begleiten. Gemeinschaft entlastet, stärkt und hilft dabei Herausforderungen gemeinsam zu tragen.
Und genau deshalb lieben wir diesen Gedanken so sehr. Denn wir sind überzeugt: Was für Kinder gilt, gilt auch für die Selbständigkeit.
Natürlich kannst du ein Unternehmen alleine gründen, deine Website erstellen, Kundinnen gewinnen und alle Entscheidungen selbst treffen. Aber das bedeutet nicht, dass du jede Herausforderung für dich selbst lösen musst.
Die grösste Überraschung nach der Gründung
Viele Frauen starten voller Motivation in die Selbständigkeit. Endlich eigene Ideen umsetzen, selbst bestimmen und das tun, was sie wirklich erfüllt. Doch nach den ersten Wochen oder Monaten merken viele: Die Selbständigkeit kann auch einsam sein.
Plötzlich fehlen die Gespräche in der Kaffeepause. Niemand sagt: «Das kenne ich auch.» Niemand versteht automatisch, warum du nachts über Preise, Kundinnen oder Steuern nachdenkst. Gerade in schwierigen Phasen beginnt man zu zweifeln und fragt sich, ob man die Einzige ist, die gerade feststeckt.
Die gute Nachricht: Du bist es nicht.
Die Vorstellung von der Unternehmerin, die alles alleine schafft
Wenn wir an Selbständigkeit denken, haben viele von uns ein bestimmtes Bild im Kopf. Die erfolgreiche Unternehmerin, die alles im Griff hat, ihre Entscheidungen alleine trifft und ihren Weg unabhängig geht. Doch je länger wir Unternehmerinnen auf ihrem Weg begleiten und selbst Teil dieser Reise sind, desto deutlicher wird uns: Dieses Bild hat mit der Realität oft nur wenig zu tun.
Natürlich braucht es Mut, Verantwortung und Eigeninitiative, um ein Unternehmen aufzubauen. Aber die wenigsten erfolgreichen Unternehmerinnen sind alleine unterwegs.
Hinter vielen stehen Menschen, die sie unterstützen, motivieren, inspirieren oder ihnen einfach zuhören, wenn es gerade schwierig wird.
Spannend ist eigentlich, dass wir das bei fast allen anderen Lebensbereichen als selbstverständlich ansehen. «Um ein Kind grosszuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.» Niemand erwartet, dass eine Mutter alles alleine schafft. Unterstützung, Austausch und Gemeinschaft gelten als etwas Wertvolles und Wichtiges.
Warum erwarten wir dann von Gründerinnen, dass sie ihren Weg alleine gehen?
Warum Austausch so wertvoll ist
Wir erleben es immer wieder: Sobald Unternehmerinnen miteinander ins Gespräch kommen, passiert etwas. Eine erzählt von ihrer ersten Kundin, die andere von ihrer grössten Herausforderung und plötzlich merkt man, dass viele dieselben Fragen beschäftigen.
Wie finde ich Kundinnen? Wie gehe ich mit Unsicherheit um? Wie setze ich meine Preise fest? Wie schaffe ich alles unter einen Hut?
Aus solchen Gesprächen entstehen häufig nicht nur neue Lösungsansätze, sondern auch ein Gefühl der Erleichterung. Denn manchmal braucht es keine perfekte Antwort, sondern einfach die Erkenntnis, dass andere Frauen ähnliche Herausforderungen kennen und ihren eigenen Weg damit gefunden haben.
Gemeinsam stärker unterwegs
In den letzten Jahren durften wir mit Hunderten von selbständigen Frauen in der Schweiz arbeiten. Dabei fällt uns immer wieder auf: Die erfolgreichsten Unternehmerinnen sind nicht unbedingt die, die alles wissen. Oft sind es diejenigen, die offen bleiben, den Austausch suchen und bereit sind, von anderen zu lernen.
Genau das beobachten wir heute auch bei den Frauen in unserer Community. Regelmässig erhalten wir Fotos von Selbies, die sich über unseren Online-Kurs kennengelernt haben und sich inzwischen auch persönlich treffen. Diese Bilder berühren uns jedes Mal, nicht nur wegen der strahlenden Gesichter, sondern weil sie zeigen, was durch echte Verbindungen entstehen kann.
Dasselbe erleben wir an unserem Business-Boost. Beim letzten Treffen waren über 50 selbständige Frauen dabei. Obwohl der offizielle Teil längst vorbei war, blieben viele noch vor Ort, vertieften Gespräche und knüpften neue Kontakte. Für uns ist das jedes Mal aufs Neue der schönste Beweis dafür, wie wertvoll echte Begegnungen unter Unternehmerinnen sind.
Und wir kennen diese Wirkung auch aus unserem eigenen Leben. Jana sagt oft, dass sie ohne die selbständigen Frauen in ihrem Umfeld wahrscheinlich nie den Schritt in die Selbständigkeit gewagt hätte. Bei mir war es ähnlich: Eine Freundin hat immer wieder gesagt, dass ich irgendwann selbständig sein werde. Damals habe ich darüber gelacht, doch ihre Worte haben etwas in mir ausgelöst. Manchmal braucht es Menschen, die etwas in uns sehen, bevor wir es selbst erkennen.
Solche Geschichten zeigen, dass Community weit mehr ist als ein Netzwerk. Sie schafft Verbindungen, eröffnet neue Möglichkeiten und bietet oft genau die Unterstützung, die im entscheidenden Moment den Unterschied macht.
Dein Dorf für dein Business
Ein solches Umfeld kann Türen öffnen, neue Perspektiven schenken und in schwierigen Momenten Halt geben. Es erinnert dich daran, dass du nicht alles alleine schaffen musst.
Vielleicht braucht es tatsächlich ein ganzes Dorf, um ein Kind grosszuziehen. Und vielleicht braucht es auch ein Dorf, um eine Selbständigkeit aufzubauen. Menschen, die an dich glauben. Menschen, die ihre Erfahrungen teilen. Menschen, die dich ermutigen, wenn du zweifelst, und mit dir feiern, wenn etwas gelingt.
Wir glauben deshalb fest daran: Frauenpower entsteht nicht nur durch starke Frauen. Sie entsteht vor allem dann, wenn starke Frauen zusammenkommen.
Über die Autorin

Lisa ist Mitgründerin von Selbständige Frauen Schweiz. Gemeinsam mit Jana hat sie die Plattform ins Leben gerufen, um Frauen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit zu begleiten und zu vernetzen.
Mit Online-Kursen, Events und einer starken Community unterstützt Selbständige Frauen Schweiz Unternehmerinnen dabei, ihren eigenen Weg zu gehen. Heute zählt die Community über 600 «Selbies», selbständige Frauen, die sich gegenseitig inspirieren und stärken.
Selbständige Frauen Schweiz
Lisa Burth, Co-Founderin
Webseite: selbstaendigefrauen.ch
Email: info@selbstaendigefrauen.ch
Telefon: +41 76 603 88 55
Autorin: Kathrin Bestler
Vor fast fünfzehn Jahren wurde ich ganz unerwartet mit dem Thema Prostitution konfrontiert. Nicht durch Fakten und Statistiken oder Zeitungsberichte, obwohl mich das Thema auch davor nie unberührt gelassen hatte. Diesmal war es anders: Es trat durch das Leben einer kostbaren Frau direkt in unser Haus.
Wir waren gerade erst nach Bern gezogen. Mein Mann und ich stiessen fast gleichzeitig auf das Inserat von Jolanta (Name geändert), damals hochschwanger, die eine Bleibe bis zur Geburt ihres Babys suchte. Ihre Notlage berührte uns und obschon wir erfuhren, dass sie im Rotlichtmilieu arbeitete, entschieden wir uns, sie bei uns aufzunehmen.
In tage- und nächtelangen Erzählungen über ihr Leben gab Jolanta vieles preis, was unsere Herzen bewegte und uns zum Staunen, Erstarren, Erschaudern, manchmal aber auch zum Lachen brachte. Noch nie hatte ich eine Frau kennengelernt, die so offen über ihre Kindheit unter dem Kommunismus, ihre Erfahrungen mit der litauischen Mafia und vor allem über ihre Erlebnisse in der Prostitution erzählt hatte. Immer wieder war da der Gedanke: Darüber sollte man ein Buch schreiben!
Vielleicht kennst du solche Gedanken: Das sollte man doch eigentlich… Oder: Das wäre doch eine gute Idee.
Solche Gedanken habe ich relativ oft. Einige davon verlaufen sich irgendwann wieder. Doch einige Ideen bleiben. Sie lassen einen nicht mehr los. Und manchmal finden sie einen ganz besonderen Anklang im eigenen Herzen.
So war es auch mit dieser Geschichte.
Ein Buch schreiben, während das Leben alles verändert
Zehn Jahre! Zehn Jahre später war es Zeit, das Buchprojekt in Tat umzusetzen. Jolanta hat mir ihre Geschichte nochmals erzählt, ich habe sie auf Audio aufgezeichnet und niedergeschrieben.
An gewissen Tagen fiel es Jolanta leicht, ihre Geschichte zu erzählen. An anderen Tagen wiederum kostete es sie sehr viel und sie brauchte auch immer wieder etliche Pausen. Nebst allem Schmerzhaften empfand Jolanta glücklicherweise die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit und die Gespräche über das Erlebte als wertvoll.
Ich selber hatte zwar ein klares Ziel vor Augen, aber keine Deadline. Dann kam der Moment, in dem unser eigenes Leben plötzlich aus den Fugen geriet und das Projekt für zwei Jahre vollständig zum Stillstand kam.
Unser zwölfjähriger Sohn erkrankte völlig unerwartet und verstarb noch in derselben Nacht. Vermutlich war eine Meningokokken-Sepsis die Ursache.
Nichts war mehr so, wie es vorher gewesen war. Als Familie brauchten wir sehr viel Zeit, um uns langsam wieder in einem einigermassen funktionierenden Alltag zurechtzufinden. Die Trauer verschiebt Prioritäten und nimmt zunächst einen grossen Teil der Kraft und des eigenen Lebensraums ein.
Erst nach etwa zwei Jahren fühlte ich mich wieder in der Lage, überhaupt an mein Buchprojekt zu denken. In meinem Inneren wuchs der Wille, das Projekt wieder aufzunehmen. Im Gedenken an meinen verstorbenen Sohn, der mich mit seiner positiven Art sicherlich auch dazu ermutigt hätte, schrieb ich das Manuskript fertig.
Wenn verschlossene Türen Chancen bedeuten – Die Suche nach einem Verlag
Von Anfang an hatte ich einige Leute in meinem Bekanntenkreis, die mir über ihre Erfahrungen beim Verlegen ihrer Bücher Auskunft gaben. Daher kamen für mich die Möglichkeiten Verlag oder Self-Publishing-Dienstleister in Frage. Ich beschloss, zuerst gemäss meiner Energie ein paar Verlage anzuschreiben.
Dies gestaltete sich ziemlich zeitintensiv, da man bei jedem Verlag wieder genau schauen muss, welche Vorgaben er hat und wie man das Ganze einreichen muss.
Nebst Verlagen, bei denen nie eine Antwort kam, habe ich ermutigende Rückmeldungen zu meinem Manuskript gekriegt. Da hiess es jedoch, das Thema Prostitution werde von der Leserschaft nicht gesucht.
Nach ein paar Versuchen bei Verlagen unterzukommen beschloss ich, es mit dem Self-Publishing-Dienstleister zu versuchen. Massgeblich zur Wahl dieser Variante hat die Tatsache, dass mein Mann Covergestaltung und Layout machen konnte.
Schlussendlich bin ich sehr zufrieden mit meiner Wahl, da das Buch automatisch in vielen Online-Shops wie Amazon, Orell Füssli, Ex Libris etc. veröffentlicht wurde.
Von Absage zu Interesse
Interessanter Fakt: Als ich das Buch dann in der Hand hatte und es Buchhandlungen vorstellte, zeigten sie plötzlich doch Interesse und als ich mit einem Probeexemplar in einen Buchladen kam, hatten sie mein Buch bereits bei den Neuheiten ausgestellt. Dieses Exemplar hatten sie anscheinend bereits bei AVA bestellt.
Wenn du die Energie hast, dann ist bei der Buchvermarktung vieles möglich und das Gute daran ist: Du kannst selber steuern, wie viel Zeit du reinstecken möchtest. Ob du jetzt Ressourcen für eine Lesung oder Ausstellung oder einen Insta-Post findest oder nicht.
Wie aus einer Geschichte ein neuer Weg entstand
Ich habe mich immer sehr in ehrenamtlichen Tätigkeiten engagiert, was nach dem Tod unseres Jüngsten zu einem abrupten Ende kam. Als ich wieder etwas mehr zu Kräften kam, wuchs in mir der Wunsch, mich wieder zu engagieren und ich bin schrittweise in die aufsuchende Arbeit im Rotlichtmilieu eingestiegen, was mich mit viel Freude erfüllt.
Jeder unserer Abende im Rotlicht von Bern ist für mich ein Geschenk – dass wir die Frauen, Männer und Transpersonen besuchen dürfen und mit ihnen ins Gespräch kommen, sie beschenken und mit ihnen Zeit verbringen können. Oft denke ich zurück an das Leben von Jolanta, die mir erzählt hat, wie wertvoll für sie Menschen waren, die ihr in ihrer schwierigen Zeit in den Bordellen mit Freundlichkeit begegnet sind.
Vielleicht ist mein Buchprojekt auch eine Ermutigung für dich: Nicht jede Idee muss sofort umgesetzt werden und der Weg zur Umsetzung mag auch anders aussehen als erwartet. Aber wenn eine Idee dich über längere Zeit nicht loslässt und in deinem Herzen immer wieder Raum einnimmt, dann lohnt es sich, ihr Aufmerksamkeit zu schenken.
Wer weiss: Es kann sein, dass jetzt der richtige Moment ist, den ersten Schritt zu wagen.
Herzlich
Kathrin Bestler
Über die Autorin

Kathrin Bestler, geboren 1973, studierte an der Universität Zürich Sekundarlehrerin. Schon früh galt ihr Interesse neben der Musik den Sprachen, dem Reisen und dem interkulturellen Austausch. Sie unterrichtet seit langer Zeit an einer christlichen Schule und lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in der Nähe von Bern.
Heute engagiert sie sich zudem in der aufsuchenden Arbeit im Milieu, wo ihr die Nähe zu Menschen und ihren Lebensgeschichten besonders am Herzen liegt.
Kathrin Bestler
Kathrin Bestler
Webseite: bestler.ch
Email: kathrin@bestler.ch
Telefon: +41 78 821 64 94
Autorin: Sandra Jauslin
Synergien entstehen, wenn wir offen zuhören, Wissen teilen und Menschen über Grenzen hinweg verbinden.
Kürzlich hat mich eine gute Kollegin angerufen und gesagt: «Ich muss euch einfach mal vernetzen. Ihr arbeitet an ähnlichen Themen. Vielleicht ergibt sich etwas. Vielleicht auch nicht.» Genau solche Momente zeigen mir, was Synergien im Kern bedeuten. Auch wenn der eigene Mehrwert nicht sofort im Vordergrund steht, kann eine Verbindung Bewegung für das grössere Ganze aus-lösen.
Diese Kollegin hat genau das getan, was Synergien möglich macht. Sie hat nicht zuerst nach dem eigenen Nutzen gefragt, sondern eine Verbindung gesehen und angestossen.
Darin erkenne ich auch meine eigene Art zu arbeiten. Manchmal sehe ich Verbindungen, bevor andere sie sehen. In einem Gespräch, bei einem Kaffee, in einem Workshop oder in einer alltäglichen Situation. Da erzählt jemand von einer Herausforderung. Eine andere Person hat eine ähnliche Erfahrung gemacht. Eine dritte bringt Wissen mit, das genau passen würde. Und plötzlich entsteht etwas Neues.
Für UnternehmerInnen und Führungspersonen ist genau das entscheidend. Viele Lösungen sind bereits im eigenen Umfeld vorhanden, werden aber nicht erkannt, nicht geteilt oder nicht miteinander verbunden.
Synergien entstehen dort, wo Menschen nicht nur Kontakte sammeln, sondern wirklich zuhören.
Was bewegt dich? Was bringst du mit? Was brauchst du? Und was könnte entstehen, wenn wir Wissen, Erfahrung und Ideen verbinden?
Wer dieses Potenzial nutzt, gewinnt mehr als gute Gespräche. Es entstehen bessere Entscheidungen, neue Ideen, stärkere Zusammenarbeit und mehr Bewegung im Unternehmen.
In vielen Organisationen liegt enormes Wissen brach, weil es nicht sichtbar ist. Menschen teilen ihre Gedanken nicht, weil der passende Rahmen fehlt. Hierarchien, Abteilungen oder Branchen sind zu stark voneinander getrennt. Oder alte Bilder im Kopf verhindern, dass wir offen aufeinander zugehen.
Da ist die junge Mitarbeiterin mit einer frischen Idee, die nie gefragt wird.
Da ist der erfahrene Fachexperte, dessen Wissen bald mit ihm in Pension geht.
Da ist die Führungskraft, die vieles entscheiden muss, aber zu wenig ehrliche Rückmeldung erhält.
Da ist die Unternehmerin, die alles allein stemmen will, obwohl neben ihr Menschen stehen, die gerne mitdenken würden.
Für mich beginnt genau hier die bewusste Gestaltung von Synergien.
Ein Kontakt ist noch keine Synergie.
Erst wenn Menschen einander vertrauen, offen sprechen und Wissen teilen, entsteht echter Mehrwert. Dafür braucht es Neugier und Räume, in denen Menschen ohne Bewertung, Konkurrenzdenken oder Angst sprechen können.
Denn ja, es gibt sie, die Blockaden.
Silodenken, Neid, Machtspiele, Vorurteile und Gewohnheit bremsen diesen Austausch. Wir blei-ben in unseren Kreisen, holen die gleichen Meinungen ein und wundern uns, warum keine neuen Lösungen entstehen.
Dabei liegt die Lösung oft bereits im System. Nur an einem anderen Ort.
Ich gehe gerne offen und unvoreingenommen auf Menschen zu. Aus meiner Erfahrung weiss ich, dass aus echten Begegnungen oft die besten Ideen entstehen. Manchmal braucht es nur eine Frage, eine Verbindung oder einen Perspektivenwechsel.
Was wäre, wenn du eine Person aus einer anderen Generation fragst, wie sie auf dein Thema schaut?
Was wäre, wenn du jemanden aus einer anderen Branche einlädst, deine Herausforderung mitzudenken?
Was wäre, wenn du nicht zuerst fragst: «Was bringt mir das?», sondern: «Was können wir gemeinsam möglich machen?»
Das brachliegende Potenzial in Organisationen hat mich dazu gebracht, Reverse Mentoring gezielt einzusetzen.
Die Methode hilft, Blockaden zu lösen, neue Verbindungen zu schaffen und aus unterschiedlichem Wissen echten Mehrwert entstehen zu lassen.
Reverse Mentoring bringt Menschen zusammen, die sich im normalen Arbeitsalltag oft nicht auf Augenhöhe begegnen. Jüngere und erfahrenere Mitarbeitende. Führungskräfte und Nachwuchstalente. Menschen aus unterschiedlichen Bereichen, Branchen oder Lebensphasen. Im Zentrum steht nicht, dass die einen alles wissen und die anderen lernen müssen. Im Zentrum steht das gegenseitige Lernen.
Die einen bringen digitale Selbstverständlichkeit, neue Sichtweisen, andere Werte und aktuelle Lebensrealitäten ein. Die anderen bringen Erfahrung, Einordnung, Führungswissen und ein tiefes Verständnis für Zusammenhänge mit. Wenn beide Seiten offen sind, entsteht mehr als Wissens-transfer. Es entstehen Beziehung, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit.
So entsteht aus Unterschiedlichkeit Bewegung.
Unterschiedlichkeit wird dann produktiv, wenn sie als Ressource erkannt wird. Genau daraus entstehen Lösungen, die eine einzelne Perspektive allein oft nicht hervorbringen kann.
Das klingt einfach. Ist es aber nicht immer.
Es braucht Mut, Wissen zu teilen. Es braucht Grosszügigkeit, andere sichtbar zu machen. Es braucht auch die Bereitschaft, eigene Annahmen zu hinterfragen. Vielleicht ist die Person, die du unterschätzt hast, genau diejenige, die den entscheidenden Gedanken einbringt. Vielleicht ist die Abteilung, über die du dich ärgerst, nicht das Problem, sondern ein Teil der Lösung. Vielleicht steckt hinter Widerstand nicht Ablehnung, sondern ein wichtiges Signal.
Synergien beginnen für mich mit einer Haltung:
Ich muss nicht alles allein wissen.
Ich muss nicht alles allein können.
Ich muss nicht gegen andere gewinnen, um erfolgreich zu sein.
Business wird stärker, wenn Menschen ihr Wissen teilen, statt es zu schützen. Wenn Organisationen Dialoge ermöglichen, statt Grenzen zu verstärken. Wenn Führung nicht nur entscheidet, sondern zuhört. Für UnternehmerInnen ist das kein weicher Faktor, sondern ein konkreter Hebel für bessere Entscheidungen, Innovation und Bindung.
Vielleicht ist heute ein guter Moment, dich zu fragen:
Wo liegt in deinem Umfeld Wissen brach?
Welche Menschen sollten längst miteinander sprechen?
Welche Idee wartet darauf, verbunden zu werden?
Und welche Synergie könntest du selbst anstossen?
Manchmal beginnt Zukunft nicht mit einem grossen Strategiepapier, sondern mit einem offenen Gespräch.
Lege noch heute los. Viel Freude wünsche ich dir dabei.
Deine Sandra
Über die Autorin

Sandra Jauslin liebt es, Menschen, Ideen und Perspektiven miteinander zu verbinden. Nach verantwortungsvollen Funktionen in verschiedenen Branchen wagte sie den Sprung vom Einkaufsbusiness in die Organisationsentwicklung und nutzt die daraus entstandenen Synergien bis heute.
Reverse Mentoring war Anlass zur Gründung der nehmenswerk.ch. Als ehemalige Co-Präsidentin von Business & Professional Women (BPW) Switzerland, Autorin, Verwaltungsrätin und Consultant bei bcp.ch begleitet sie Organisationen in Veränderungsprozessen und fördert ein stärkeres Mit- statt Gegeneinander. Als Board Member der HealthEXPO trägt sie dazu bei, dass Menschen physisch und psychisch gesund bleiben.
BCP Business Consulting Partner AG
Sandra Jauslin
Webseite: bcp.ch
Email: sandra.jauslin@bcp.ch
Telefon: +41 78 899 27 96
Autorin: Tanja Lenke
Als ich mich 2013 selbstständig machte, richtete ich mir zu Hause ein schönes Büro ein. Damals in Berlin, heute auf Fuerteventura. Was ich unterschätzt hatte: wie still es dort ist.
Mir fehlten Kolleginnen. Die Kaffeepausen. Das Schwätzchen zwischendurch. Ich wollte über Ideen sprechen, Erfolge feiern, mich über das ärgern, was gerade nicht lief. Stattdessen sass ich Tag für Tag allein vor meinem Rechner und fühlte mich einsam.
Also tat ich, was alle raten: Ich ging netzwerken. Und es wurde nicht besser.
Warum sich Netzwerken oft falsch anfühlt
Ich war auf einigen Veranstaltungen, um andere Selbstständige kennenzulernen. Nirgendwo fühlte ich mich wirklich wohl.
Vielleicht kennst du das: Es geht mehr um Selbstvermarktung als um echten Austausch. Die Gespräche bleiben an der Oberfläche. Und im Hinterkopf läuft bei allen dieselbe Rechnung – was bringt mir dieser Kontakt?
Genau das habe ich erlebt. Viele wollten sich vor allem profilieren. Es ging weniger darum, sich wirklich zu unterstützen, als darum, Aufmerksamkeit zu bekommen oder sich gegenseitig Produkte zu empfehlen – egal, ob sie passten oder nicht.
An dieser Stelle kommt meist der Ratschlag: Geh auf mehr Events. Sei mutiger. Der unterschwellige Vorwurf ist immer derselbe – du tust zu wenig, du bist nicht extrovertiert genug.
Ich halte diesen Blick für falsch. Das Problem war bei mir nie mangelnder Mut. Das Problem waren die Räume, in die ich ging, und die Haltung, die dort herrschte.
Die Wende kam nicht durch mehr Mut
Was sich änderte, waren die Menschen.
Irgendwann traf ich auf Frauen, die ähnlich tickten wie ich. Die ähnliche Werte hatten und ähnliche Ziele verfolgten. Denen Austausch auf Augenhöhe wichtiger war als Kontaktesammeln – und Integrität wichtiger als schneller Umsatz.
Und da kippte etwas. Auf einmal musste ich mich zu nichts zwingen. Ich wollte diesen Menschen einfach helfen, teilen, was ich wusste und sie miteinander verbinden, damit sie sich gegenseitig unterstützen können. Zum ersten Mal gab mir Netzwerken Energie, statt sie zu nehmen.
Weil ich diesen Raum nirgends fand, habe ich ihn gebaut: 2016 gründete ich die she-preneur Community. Heute sind über 8.000 selbstständige Frauen Teil davon.
Mehrwert ist keine Technik
«Netzwerken mit Mehrwert» klingt zuerst wie eine weitere Formel. Erst geben, dann bekommen. Das stimmt sogar – beschreibt aber nur die Oberfläche.
Denn Mehrwert zu geben ist nichts, dass du dir abringen musst. Es entsteht von selbst, wenn die Menschen passen. Dann überlegst du nicht, wie du hilfreich sein könntest. Du bist es einfach. Du hörst eine Frage und hast sofort einen Gedanken dazu. Du merkst, dass zwei Menschen zusammengehören, und stellst sie einander vor.
Die entscheidende Weiche wird also nicht beim Geben gestellt, sondern viel früher – bei der Wahl der Menschen, mit denen du dich umgibst.
Konkurrenz ist eine Entscheidung, keine Tatsache
Der grösste Bremsklotz dabei ist ein Reflex: Wer in meiner Nische unterwegs ist, ist meine Konkurrenz.
Ich habe das lange geglaubt. Heute sehe ich andere Unternehmerinnen in meinem Feld als Partnerinnen – und das hat mein Business stärker verändert als jede Marketingmassnahme.
Denn aus dieser Haltung entsteht etwas, das allein nicht möglich ist: gemeinsame Webinare, in denen sich zwei Fachgebiete ergänzen. Retreats und Live-Events, die zu zweit plötzlich tragfähig werden. Gastartikel, Affiliate-Partnerschaften, Empfehlungen an die Richtige, wenn eine Anfrage nicht zu mir passt.
Durch solche Gemeinschaftsprojekte wurde ich selbst sichtbarer. Meine Reichweite wuchs, mein Umsatz stieg, weil sich Türen öffneten, an die ich vorher nicht einmal geklopft hatte. Ich wurde in Mastermind-Gruppen eingeladen und bekam Zugang zu Events, die man von aussen gar nicht sieht.
Nichts davon hatte ich strategisch angesteuert. Es entstand daraus, dass ich zuerst gegeben hatte.
Und genau hier verstehen viele das Netzwerken falsch. Sie denken, es gehe darum, möglichst viele Kontakte zu sammeln. Aber es kommt nicht darauf an, wie viele Leute du kennst. Sondern wer dich kennt – und wie tief diese Verbindungen wirklich sind.
Vier Schritte zu einem Netzwerk, das trägt
- Kenne deine Werte und Ziele. Nicht jedes Netzwerk passt zu dir – das ist keine Schwäche, sondern eine Information. Bei welchen Menschen hast du ein richtig gutes Gefühl?
- Werde dort sichtbar, wo deine Leute schon sind. Sei der Mensch, der gute Fragen stellt und ehrliche Antworten gibt. Je mehr du gibst, desto eher wirst du weiterempfohlen.
- Investiere bewusst. Die wertvollsten Netzwerke sind selten kostenlos. Masterminds, kuratierte Communities und Retreats sind die Orte, an denen Austausch auf Augenhöhe wirklich stattfindet.
- Geh in Vorleistung. Statt zu fragen «Wie kann ich hier profitieren?», frag dich: «Wie kann ich anderen helfen?» Alles andere merkt man sofort.
Zwei Dinge habe ich dabei zu spät verstanden: Netzwerken ist Arbeitszeit, kein Nice-to-have für den Feierabend. Und: Bau dein Netzwerk auf, bevor du es brauchst.
Wer empfiehlt dich, wenn du nicht im Raum bist?
Das ist für mich die ehrlichste Frage zum Thema. Nicht, wie viele Visitenkarten in deiner Schublade liegen – sondern: Wer denkt an dich, wenn du gar nicht dabei bist?
Denn Netzwerken war für mich nie ein Charakterfehler, den ich beheben musste. Es war nur die falsche Umgebung.
Vielleicht ist das auch für dich die eigentliche Frage. Nicht: Wie werde ich besser im Netzwerken? Sondern: Bin ich schon in den richtigen Räumen?
Über die Autorin

Tanja Lenke ist Business-Strategin und Gründerin von she-preneur, der Weiterbildungs-Plattform für selbstständige Frauen und Online-Unternehmerinnen. Sie begleitet Frauen dabei, ihr Business unternehmerisch zu führen, statt nur darin zu arbeiten.
Seit 2016 bringt sie Gleichgesinnte zusammen und unterstützt ihre Kundinnen bei Positionierung und Skalierung. Ihre Community umfasst über 8.000 Frauen.
she-preneur
Tanja Lenke
Webseite: she-preneur.de
Email: hallo@she-preneur.de
Instagram
Facebook
LinkedIn
Autorin: Franziska Walther
Wie oft höre ich: «Ich müsste dringend wieder etwas auf Insta posten.», «Unsere Website ist auch nicht mehr aktuell.», «Vielleicht sollten wir mal Google Ads ausprobieren?»
Kommt dir das bekannt vor?
Gerade in kleinen Unternehmen läuft Marketing oft nebenbei. Zwischen Kundenterminen, Offerten und dem Tagesgeschäft bleibt kaum Zeit, sich Gedanken über eine langfristige Strategie zu machen. Also wird umgesetzt, was gerade dringend erscheint: ein Social-Media-Beitrag hier, ein Flyer dort, vielleicht noch eine neue Website oder ein «Bitzli» Suchmaschinenoptimierung mit ChatGPT.
Marketing ist mehr als einzelne Massnahmen
Eine Website allein bringt dir noch keine Kundinnen und Kunden. Ein einzelner Instagram-Post macht dein Unternehmen nicht bekannt. Und selbst der schönste Flyer verpufft, wenn er nicht die richtigen Menschen erreicht. Jede Massnahme kann sinnvoll sein – aber nur als Teil eines grösseren Ganzen.
Auch ein Eichhörnchen sammelt seine Nüsse nicht einfach wahllos: Es hat einen Plan, wo es seine Vorräte versteckt, damit im Winter auch wirklich etwas davon übrigbleibt. Genauso lohnt es sich, dein Marketing nicht wahllos zu betreiben, sondern gezielt.
Warum ein Marketing-Plan Zeit, Geld – und Nerven spart
Ein Marketing-Plan heisst nicht, in 100 Seiten Theorie zu versinken. Oft reicht ein klarer Fahrplan mit den wichtigsten Punkten: Ziele, Zielgruppe, Positionierung und nächste Schritte. Er beantwortet zum Beispiel:
- Wen möchtest du überhaupt erreichen?
- Was macht dein Unternehmen besonders?
- Welche Kanäle lohnen sich wirklich für dein Budget?
- Welche Massnahmen haben Priorität – und welche können warten?
Diese Klarheit spart nicht nur Geld, sondern vor allem Zeit. Statt ständig neue Ideen auszuprobieren, arbeitest du Schritt für Schritt auf dein Ziel hin – fokussiert statt wahllos.
Marketing darf einfach sein
Es braucht keine zehn Kanäle und kein riesiges Werbebudget. Was es braucht, ist Klarheit, Offenheit für Neues und manchmal etwas Mut. Nachhaltiges Marketing entfaltet seine Wirkung meist nicht über Nacht, sondern durch kontinuierliches Handeln.
3 Quick-Tipps für mehr Struktur in deinem Marketing
1. Schaffe Klarheit
Bevor du mit Marketing loslegst, solltest du wissen, wer DU bist und was du anbietest. Was sind deine Werte? Welche Kunden möchtest du – und welche eigentlich nicht? Nur wenn du das weisst, kannst du die passenden Massnahmen auswählen.
2. Weniger Kanäle – mehr Wirkung
Du musst nicht auf jedem Kanal präsent sein. Konzentriere dich lieber auf ein bis zwei Kanäle, die wirklich zu deiner Zielgruppe passen, und betreibe diese konsequent. Qualität schlägt Quantität.
3. Plane statt spontan zu handeln
Nimm dir einmal pro Monat bewusst Zeit für dein Marketing – quasi ein «Marketing-Date». Überlege dir, welche Massnahmen Priorität haben, und arbeite diese Schritt für Schritt ab. Das spart Zeit, schafft Struktur und verhindert, dass Marketing im Tagesgeschäft untergeht.
Brauchst du Hilfe bei deinem Marketing-Plan?
Brauchst du Hilfe bei deinem Marketing-Plan?
Exklusiv für womenbiz Members habe ich ein Angebot entwickelt, das dir hilft, Klarheit in dein Marketing zu bringen. Gemeinsam schauen wir uns deine Situation an und knacken die Marketing-Nuss – mit einem Fahrplan, der zu deinen Zielen, deinem Budget und deinen Ressourcen passt.
Oder magst du einfach mal unverbindlich über deine Firma und die Welt plaudern? Ich freue mich, von dir zu hören!
PS: Vielleicht hast du dich gefragt, warum bei mir ständig Eichhörnchen und Nüsse auftauchen. Die Antwort liegt tief verwurzelt… Neugierig? Dann finde es hier heraus.
Über die Autorin

Ich bin Fran(ziska) Walther – das Gesicht hinter den Eichhörnchen von Fran’s Marketing. Als kreative Marketing-Allrounderin unterstütze ich Start-Ups, Selbstständige und KMU bei ihren Marketingthemen; von der Strategie, über Website und Social Media bis zum Kundengeschenk – unkompliziert, ehrlich und auf Augenhöhe.
Ich bin mit Herzblut dabei, plane gerne vorausschauend (ganz wie mein Wappentier) und freue mich über jeden Austausch. Lust, mich kennenzulernen?
Fran’s Marketing
Franziska Walther
Webseite: franziskawalther.ch
Email: kontakt@franziskawalther.ch
Telefon: +41 78 446 11 61
Neueste Beiträge
Neueste Kommentare
- bei Authentisch auftreten und das Business souverän präsentieren
- bei Kontrolle loslassen, Vertrauen lernen & Freiheit gewinnen
- bei Vom Selbstzweifel zum Erfolg: Angst vor Inkompetenz meistern
- bei Work-Life Balance – Wie entscheidend ist gesunde Ernährung?
- bei Stressmanagement für Unternehmerinnen: Dein Weg zum Erfolg
Archiv
- September 2026
- August 2026
- Juli 2026
- Juni 2026
- Mai 2026
- April 2026
- März 2026
- Februar 2026
- Januar 2026
- Dezember 2025
- November 2025
- Oktober 2025
- September 2025
- August 2025
- Juli 2025
- Juni 2025
- Mai 2025
- April 2025
- März 2025
- Februar 2025
- Januar 2025
- Dezember 2024
- November 2024
- Oktober 2024
- September 2024
- August 2024
- Juli 2024
- Juni 2024
- Mai 2024
- April 2024
- März 2024
- Februar 2024
- Januar 2024
- Dezember 2023
- November 2023
- Oktober 2023
- September 2023
- August 2023
- Juli 2023
- Juni 2023
- Mai 2023
- April 2023
- März 2023
- Februar 2023
- Januar 2023
- Dezember 2022
- November 2022
- Oktober 2022
- September 2022
- August 2022
- Juli 2022
- Juni 2022
- Mai 2022
- April 2022
- März 2022
- Februar 2022
- Januar 2022
- Dezember 2021
- November 2021
- Oktober 2021
- September 2021
- August 2021
- Juli 2021
- Juni 2021
- Mai 2021
- April 2021
- März 2021
- Februar 2021
- Januar 2021
- Dezember 2020
- November 2020
- Oktober 2020
- September 2020
- August 2020
- Juli 2020
- Juni 2020
- Mai 2020
- April 2020
- März 2020
- Februar 2020
- Januar 2020
- Dezember 2019
- Oktober 2019
- September 2019
- August 2019
- Juli 2019
- Juni 2019
- Mai 2019
- April 2019
- März 2019
- Februar 2019
- Januar 2019
- Dezember 2018
- November 2018
- Oktober 2018
- September 2018
- August 2018
- Juli 2018
- Juni 2018
- Mai 2018
- April 2018
- März 2018
- Februar 2018
- Dezember 2017
- September 2017
- 0
Kategorien
- Benefits
- Business
- Female Startup Interview
- Finanzen & Treuhand
- Immobilien & Wohnen
- Lifestyle
- Monathsthema: Live your strengths – erfolgreich delegieren
- Monatsthema be creative – Kreativität, Kunst, Literatur & Kultur
- Monatsthema Dein digitales Image
- Monatsthema Digitale Ethik
- Monatsthema Diversität
- Monatsthema Erfolgreich selbstständig: Wie hat deine Selbstständigkeit dein Leben beeinflusst?
- Monatsthema Forever learning – Du hast nie ausgelernt
- Monatsthema Interior Design
- Monatsthema Mitarbeiterführung und Kommunikation
- Monatsthema Money Mindset
- Monatsthema Nachhaltigkeit
- Monatsthema Ordnung ist die halbe Miete
- Monatsthema Sichtbarkeit
- Monatsthema Tschüss Schwiiz – Von Expats & Digitalen Nomaden
- Monatsthema Werte
- Monatsthema What drives you?
- Monatsthema Work-Life-Balance: Gesundheit & Sport
- Monatsthema Ziele
- Monatsthema: Bewusster Leben
- Monatsthema: Digitalisierung & Technologie
- Monatsthema: Familie & Beruf
- Monatsthema: Holiday – egal ob nah oder fern
- Monatsthema: Successful Networking
- Wege zum Erfolg
- Weiterbildung & Coaching
- womenbiz
- womenbiz Gastautoren
- womenbiz Mitglieder
- womenbiz Partner
- womenbiz Tipps